21-Feb bis 25-Feb 2002

 Auf den Spuren der Propheten

 

 

...Vorbereitung:
Der erste Schritt wird "ihram" genannt. Die Männer legen ein weißes, zweiteiliges und saumloses Outfit (sieht aus wie eine Art Robe) an, während die Frauen ihre Haare bedecken und bescheide Kleidung tragen. Die Pilger wenden sich dann in Richtung der heiligen Moschee von Makkah um in einem Ritual, welches sich "tawaf" nennt, sieben mal die Ka´aba in deren Mitte gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden.
In einem nächsten Schritt wandern die Pilger während der "saey" weitere sieben mal zwischen dem nahe gelegenen Safa und Marwa hin und her. Auf einer Länge von 450m soll der Geschichte entsprechend Hajar, die Frau des Propheten Ibrahims nach Essen und Wasser für ihren Sohn Ismail gesucht haben. Nach diesem Marsch haben die Männer sich entweder ihre Haare zu rasieren oder einzukürzen, um das Ende der "Umrah" zu markieren. Die Frauen müssen sich mindestens von einer Fingerspitzenlänge ihrer Haare trennen.

Tag 1: Die Pilger haben sich in ins 12 km entfernte Mina zu begeben, um dort die Nacht zu verbringen. Der Prophet Abraham verweilte für die Nacht in Mina, bevor nach dem Erwachen dem Auftrag Gottes folge leisten und seinen Sohn Ismail als Opfer schlachten wollte. Als Abraham jedoch seinen Sohn vorbereitete, verbat ihm Gott dieses Vorgehen und forderte ihn auf, statt dessen ein Schaf/Widder zu opfern.

Tag 2: Der Höhepunkt der Haj: Die Pilger besteigen unter den Rufen: "Hier bin ich, o mein Gott, hier bin ich!" den Berg Arafat bei Mina. Auf diesem Berg hielt Mohamed seine letzte Predigt, in der er seinen Auftrag Gottes erfolgreich für beendet erklärte und daraufhin eine Nachricht von Gott erhielt. Die Pilger verweilen im Gebet auf dem Berg bis zum Sonnenuntergang, um dann hinab zusteigen und bei/in Muzdalifah die Nacht zu verbringen. Anstelle des Propheten verkündet heute ein hoher Geistlicher in einer Mittagsrede, die heiligen Worte.

Tag 3: Die Pilger verlassen Muzdalifah in Richtung Mina und nehmen von dort - nach Möglichkeit - 7 Steine mit. In Mina wenden sich alle den 3 großen Steinsäulen zu. Sie steinigen nun in einem symbolischen Akt die größte und Makkah am nahesten liegende Säule. Die Säule "Jamrat Al Aqaba" symbolisiert den Teufel, der dem Prophet Ibrahim und seinem Sohn Ismail 3x erschien.
Gleichzeitig feiern an diesem Tag alle Muslime auf der Welt "Eid Al-Adha" oder das Opferfest. Sie schlachten Schafe, Kühe oder Kamele, essen einen Teil des heiligen Fleisches und geben -in Anlehnung an das Opfer des Propheten Ibrahims- den Großteil an die Armen. Danach begeben sie sich wieder nach Makkah, begehen den "saey", kürzen sich wiederum ihre Haare, bevor sie für die Nacht nach Mina zurückkehren.

Tag 4: Die Pilger steinigen weiterhin die 3 Säulen und verbringen eine weitere Nacht in Mina.

Tag 5: Die Pilger steinigen die Säulen, bevor sie nach Makkah zurückkehren, um sich dort in der Abschiedszeremonie "tawaf al widae" von der heiligen Stadt zu verabschieden. Am Ende sollen die Pilger so arm wie sie bei der Geburt waren, nach Hause zurückkehren.

 21-Feb bis 01-März 2002

 Auf Entdeckungstour im Süden

 

 

...Reise in den Süden Saudi Arabiens vom 21.02. bis 01.03.2002
21.02. Fahrt von Jeddah über die Gebirgsstraße via Taif in Richtung Abha
22.02. Ankunft in Abha
23.02. Tag in der Umgebung von Abha
24.02. Fahrt nach Narjan an die jeminitische Grenze
25.02. freier Tag entweder in Narjan und Umgebung / Wüste oder ein weiterer Tag auf den Farasaninseln ab dem 27.02.
26.02. Zurück nach Abha
27.02. Fahrt nach Gizan (Übernachtung dort oder gleich Übersetzen zu den Farasaninseln)
28.02. Tag auf den Farasaninseln, gegen Abend zurück nach Abha
01.03. Rückfahrt nach Jeddah

 ab 21-Feb-2002

 Die islamische Pilgerfahrt -Mekka und Medina

 

 

....…..Den Mittelpunkt der Stadt bildet der heilige Bezirk (Haram) um die große Moschee mit ihren sieben Minaretten, in deren Innenhof die Kaaba mit dem heiligen schwarzen Stein steht. Die Kaaba, ein leeres quadratisches Haus, wurde der Legende zufolge von Abraham im Auftrag Gottes errichtet. Sie wird mit einem großen Schwarzen Tuch (Kiswa) bedeckt, in das Verses des Korans mit Silberfäden(Gewicht des Silbers - 120kg) eingewebt sind. Die Kiswa selbst ist aus reiner Seide, 650 kg schwer, 14 m hoch, 47 m breit und kostet in diesem Jahr $ 4,5 Mio. Während der Pilgerzeit umrunden die Gläubigen 24 Stunden am Tag (7 Gebetsrunden sind jedem Gläubigen vorgeschrieben) die Kaaba, berühren sie und küssen an den sog. Yamani-Ecken den schwarzen Stein (wahrscheinlich ein Meteorit). Neben der Kaaba befindet sich ein Glasschrein mit 2 Fußabdrücken, die von Ismael, Abrahams Sohn stammen sollen. Dieser hätte seinem Vater bei der Errichtung der Kaaba geholfen. (Platz an dem Abraham seinen Sohn für Gott opfern wollte, Gott das Menschenopfer aber anlehnte!)
Die Stadt Makkah ist auch in diesem Jahr wieder Sammelpunkt aller Gläubigen aus 160 Ländern. Seit 1989 ist die Zahl der ausländischen Pilger auf 1,5 Mio. beschränkt. Das Land verkraftet organisatorisch - neben den 1 Mio. inländischen Pilgern - keinen stärkeren Zuzug. 200.000 Pilger stammen aus Indonesien, 130.000 aus Pakistan, 116.000 aus Indien, 103.000 aus der Türkei, 91.000 aus dem Iran, 88.000 aus Ägypten und sogar 15.000 aus Afghanistan. Letzteren wird großen Mühen der saudischen Regierung und mit Unterstützung internationaler Hilfe die An- und spätere Abreise unentgeltlich gewährt. Makkah selbst gleicht in diesen Tagen einer riesigen Zeltstadt, da nicht genügend feste Unterkünfte für solche Menschenmassen zur Verfügung stehen. Artikel in der aktuellen Presse zeigen Fotos, von denen man annimmt, das sie als Spezialeffekte für einen Fantasyfilm am Computer hergestellt wurden. Das Wadi ist weiß vor Zelten und man den Eindruck, sie reichen wirklich bis zum Horizont.

Die zweitheiligste Stadt des Islams und ein weiterer Sammelpunkt während der Hadsch ist Medinat al Nabi (Medina), die Stadt des Propheten. Sie liegt 180 km landeinwärts in einer Höhe von 650m, 425 km von Jeddah und 447 km von Mekka entfernt. Medinat, als Yathrib, schon in islamischer Zeit als ein bedeutender Karawanenhandelspunkt bekannt, ist die Zufluchts- und erste Wirkstätte des Propheten Mohammed, nach der Flucht aus seiner Geburtstadt Makkah im Jahre 622 (n.Chr.) Das bedeutendste Bauwerk Medinats ist die Moschee des Propheten, deren Errichtung Mohammed 623 selbst in Auftrag gegeben hat und in der er seit 632 begraben ist. Über dem Grab des Propheten im Innenhof erhebt sich eine Grüne Kuppel, nach der der Bau auch als grüne Moschee bezeichnet wird.
Die herausragende Bedeutung des Medina-Moschee für Muslime aus aller Welt wird aus den überlieferten Worten Mohammeds deutlich: Ein Gebet in meiner Moschee ist besser als 1000 Gebete in einer anderen Moschee, mit Ausnahme eines Gebets in der Moschee von Makkah; ein solches ersetzt 100 Gebete in meiner Moschee. Wie auch Makkah ist Medinat für Nichtmuslime absolutes Tabugebiet. Wichtige Institutionen liegen außerhalb des heiligen Bezirks und feste Fensterverkleidungen und Jalousien "schützen" jeden Ungläubigen vor einem Blick auf das Heiligtum.

Das Saudische Könighaus träg aufgrund der beiden Städte voller Stolz auch den zusätzlichen Titel: "Hüter der beiden Heiligen Stätten" Der drittheiligste Ort des Islams ist übrigens Jerusalem, mit dem Felsendom und der Al Aqsa-Moschee. Ein nicht unbedeutender Grund im Nahostkonflikt!!

 12-Feb-2002

 Bürochaos

 

 

....wenigstens etwas voranzukommen. Da aber Geschäftsbriefe ab und zu auch ausgedruckt und versandt werden sollten, stehen wir bei der derzeitigen Lage vor einem Hindernis. Zudem sollen wir Artikel für unser Kammermagazin schreiben, für die wir recherchieren wollen. Das geht jedoch nur über Infos und Quellen im Internet, zu dem wir aber aufgrund der Netzwerkprobleme keinen Zugriff haben. Prima!! Gleichzeitig zieht unser Headoffice in Riyadh in ein neues Gebäude, wodurch wir von dort auch kaum Support erhalten. Einzig so nützliche Tipps: Warum wir nicht selbst mal im Netz stöbern!" erreichen uns. HAHA!! Was für ein professioneller Rat. Halten die uns für Deppen?!!?
Wie man merkt herrscht bei mir bezügliches dieses Problems schon eine Art Galgenhumor. Markus und ich lachen wenigstens noch und ich würde meine "Spitze" Stimmung auch gern den anderen Kollegen vermitteln. Ich schaffe es aber noch nicht, auf englisch zynisch zu sein. Das ist eine Herausforderung, von der ich immer behaupte, dass es einer der Schlüssel zum wahren Sprachverständnis ist. Erst dann lebt man eine Sprache wirklich. Das ganze Büro macht daher eher den Eindruck eines "Entwicklungshilfe"-Projekts, das sich nach Außen immer noch den Schein und Anspruch einer professionellen Unternehmensberatung gibt. Das schlimme ist, unsere Geschäftsleitung verkennt diese Problem vollständig und hat nichts dagegen, wenn weiterhin um 16.00 zumindest bei den einheimischen Arbeitskräften der Stift fällt. Wir könnten fast eine deutsche Behörde sein. ;-)) Dieser Tage kämen mit da die deutschen Arbeitsämter in den Sinne.

Der absolute Kracher ist aber kurz vor dem Mittag unserem Computermonteur, der angeblich ein Spezialist sein soll und schon X Stunden im Büro und in seiner Werkstatt verbracht hat, passiert. Als er einen reparierten Rechner wieder neu anschließen wollte, verwechselt er doch glatt die Stromanschlüsse und nutzte statt der vorgeschrieben 110V Dose, die 220 V. Ein Knall!! Die Sicherung flog raus, eine Rauchwolke über dem Transformator und das Licht ging endgültig aus!! Während Azeez völlig fertig aus der Wäsche schaute, konnte Markus es nicht mehr an sich halten und fiel vor Lachen fast vom Stuhl. Das Gesicht des " Spezialisten" hätte man sehen sollen. Ich glaube, für einen Augenblick überlegte er, die ganzen Sachen hinzuwerfen und Markus den verschmorten Trafo in den Rachen zu schieben. Doch die Saudis ein friedlich Volk und so hatte er sich schnell gefangen und fuhr zurück in seine Wunderwerkstatt…..

 10-Feb-2002

 Fitnessclub im Marriott Hotel

 

 

....nicht notwenig und auch eine kostenlose Stadtrundfahrt bleibt mir erspart. Der Fahrer kennt sich nervenschonender Weise endlich mal in seiner Stadt aus und schnackt mit mir auch ein wenig auf englisch. Im Hotel, das direkt an der Hauptstraße liegt, keinen Meerblick hat und auch sonst wie ein Gebäude aus den 70ern wirkt, begebe ich mich auf die PL ( PoolLevel) Ebene. Auch hier sind Männer "glücklicherweise" unter sich. Weibliche Personen würden beim Training eh nur stören. Ein netter Hotelangestellter checkt am Eingang des Clubs meinen Ausweis und gibt mir dann einen Schrankschlüssel und Handtücher. Die Schränke in der Umkleide stammen wohl aus einer alten Armeekaserne oder einer Amerikanischen Schule. Alte, klemmende und superschmale Metallspinde, mit einen kleinen, neuen Vorhängeschloss. Na super und wo soll ich jetzt meinen Rucksack unterbringen?? Da bleibt mir und vor allem dem Hotel nichts anderes übrig, als einen zweiten Schrank zu nehmen, den ich belegen kann. Ist ja eh nichts los im Club, also erübrig sich die Diskussion. Der Fitnessraum selbst besteht dann aus einem fensterlosen( warum überrascht mich das nicht) vollklimatisierten Raum, der bis unter die Decke voll verspiegelt ist und einen Wasserspender sowie Fernseher besitzt. Das ist aber der einzige Luxus. Ich muss gestehen ich bin dann doch ein wenig enttäuscht. 7 Ausdauer- bzw. Cardiogeräte, 7 Muskelmaschinen und 2 Hantelbänke. Da ist ja mancher Fitnesskeller besser ausgerüstet, als diese Sport-Spelunke. Von meinem früheren Arbeitgeber der FitCom in Göttingen ganz zu schweigen. Ich persönlich finde den Zustand dieser Anlage für ein 4 Sterne Hotel dieser renommierten Kette knapp unter einem erbärmlich. Da werten auch der Pool im Außenbereich und die 2 Saunen ( Sauna in Arabien- die spinnen, die….) die Anlage nicht mehr auf. Ich würde dem Ganzen maximal die Schulnote 4- geben. Viel fehlt aber nicht mehr an der 5. Besonders, als ich nach meinem Training durch Zufall auch noch die Preistabelle für die Mitgliedschaft erblicke. Schlappe 450,- SR = 135 € monatlich oder 3600,- SR = 1100 € im Jahr halte ich nicht nur für übertrieben, sondern einfach nur unverschämt. Da muss man schon Geld im Überfluss haben und schlechte Studios mögen. Da ich jedoch den Club umsonst nutzen kann, werde ich ab und zu trainieren gehen. Würde ich es jedoch selbst bezahlen müssen, würde ich mich nach einer deutlich besseren Alternative umsehen.

 08-Feb-2002

 Erfahrungen

 

 

....mit einem mandelgroßen Kern, den man keinesfalls - es sei denn man steht auf bitter - zerbeißen sollte. Das Fruchtfleisch selbst ist fest und vom Geschmack her, eine Kreuzung zwischen Litschi und Weintraube. Auf jeden Fall herrlich erfrischend und verdammt köstlich. Eine Versuchung wert. Doch Vorsicht, auch in Deutschland sicherlich nicht billig. Hier kostet das Kilo 7,5 €.
Die zweite Empfehlung ist humus, eine Kichererbsenpaste, die in allen libanesischen Supermarkten verkauft wird. Ist hier mein absoluter Geheimfavorit. Ich kann mich noch an die spöttischen Bemerkungen meines Vaters im Dezember erinnern. Mit einem frischen Kubus (Fladen), ungekochten würzigen Blattgemüse und/oder frischen Minzblättern lasse ich hier alles andere für stehen. Meine indischen Kollegen essen dazu noch in Essig eingelegtes Gemüse. Das verdirbt aber aus meiner Sicht alles und es schmeckt ohne die Essigbeigabe irgendwie würzig frisch und ich kann es bei dieser Wärme morgens, mittags, abends essen. Auch hier die Empfehlung: Wer so etwas in Deutschland bekommt, sollte alle Bestandteile zusammen erwerben. Allein kommt einfach nicht das Flair auf. Nur die Kichererbsenpaste schmeckt aber auch hervorragend als Dip mit frischem Gemüse vornehmlich mit Stangensellerie und Möhren.

Als nächstes erzähle ich ein wenig vom Autoverkehr in Jeddah. Die Fahrweise vor Ort stellt alles Dagewesene in den Schatten. Straßenverkehrsregeln gibt es zwar, aber nur die Hupe und ständige Rundumschau helfen vor Unfällen. Geschwindigkeitsbeschränkungen und Fahrbahnmarkierungen haben ausschließlich Alibifunktion. Selbst in Nebenstraßen wird mit einer Geschwindigkeit gefahren, die ein Bremsen in Notsituationen unmöglich erscheinen lassen. Fast alle Fahrzeuge haben eine Geschwindigkeitsbeschränkung ab 120 km/h. Überschreitet man diese Geschwindigkeit , ertönt aus den Lautsprechern ein andauernder Signalton, der nicht erst bei langsamerer Fahrweise wieder verschwindet. Habe mir aber versichern lassen, das ein Abklemmen der Lautsprecher oder die Veränderung der Bordsoftware möglich und ratsam ist. Gerade was den einheimischen Fahrstil angeht, verstehe ich nun langsam, warum hier so viele Jeeps mit großen Frontfängern gefahren werden. Noch ein kleiner Hinweis: Das Fahren für Frauen ist grundsätzlich verboten. Will eine Lady von A nach B muss sie entweder einen Fahrer anheuern oder ein männliches Familienmitglied beschäftigen.

 

 07-Feb-2002

 Mit dem Taxi ins Nirgendwo

 

 

....Am Mittwochabend hatten wir uns entschieden, spontan das Wochenende mit einem Klassischen Konzert starten zu lassen. Noch von der Arbeit hatte ich mittags und damit nach Aussage der Veranstalterin die Karten auf den letzten Drücker bestellt. "The Swiss Piano Trio" sollte klassische Stücke von Mozart, Beethoven und Dvorak spielen. Da wir aber nicht wussten, wo die Veranstaltung stattfinden sollte, hatte ich mir eine Anfahrtsskizze zufaxen lassen. Dieser Plan war in meinen Augen auch ziemlich eindeutig, da dort wichtige Örtlichkeiten, wie Shoppingmalls, Straßennamen usw. eingezeichnet waren. Azeez meinte, das würde jeder finden. Wir sollten uns auch nicht übers Ohr hauen lassen und maximal 15 SR = 9 DM = 4,40 € zahlen. Also habe ich natürlich mit 10 SR angefangen, um noch Spielraum nach oben zu haben und einmal die untere Grenze auszutesten.

So warteten wir also gegen 19.00 Uhr (19.30 vereinbarte Kartenabholung) auf ein Taxi! Ich war der Verhandlungsführer und winkte am Straßenrand die Taxen heran. Nicht lachen, aber wenn ich so halb in den Wagen lehnte und um die Preis verhandelte, bot ich schon das Bild einer männlichen Bordsteinschwalbe. Anders geht es nun mal nicht. Setzt man sich rein, schalten die Schlaumeier sofort die Taxameter ein und man hat verloren. Taxi Nr. 1 wollte sage und schreibe 30 SR haben. Nr. 2 + 3 wären schon mit 20 SR zufrieden gegeben und den 4ten drückte ich auf 10 SR und wir wagten die Mitfahrt. Eine Entscheidung, die uns ein kurzes Abenteuer bescheuerte. Anfangs war der Taxifahrer noch gut gelaunt und er fand auch nach einer 15 minütigen Fahrt (Diese Entfernung hätte in Deutschland schon 15 € gekostet) das Shopping Center. Danach jedoch wurde es "nett". Durch Seitenstraßen fahrend irrten wir durch den Stadtteil und gelangten nach 10 min wieder zur Shoppingmall zurück. Klasse! Der Taxifahrer wurde langsam ungeduldig. Ich zeigte wieder auf meine Straßenkarte und wir fuhren weiter. 5 Min Später hielt er an einem Compound (Wohnsiedlung) und meinte wir wären am Ziel. Doch nichts da. Es ging weiter und nicht nur der Fahrer war langsam genervt, sondern auch der deutsche Beifahrer der den Typen am Liebsten erwürgt hätte. Zu guter Letzt strandeten wir - nachdem ich meinte, er soll an einen weiteren Compound, auf den einige Menschen zuströmten, anhalten. Markus sprang heraus und Wunder oh Wunder, wir hatten nach 40 min. Irrfahrt unsere Odyssee beendet und den Veranstaltungsort gefunden. Wenn der Fahrer sich nun ein Trinkgeld versprochen hatte, dann habe ich ihn wohl kräftig enttäuscht. Ich muss gestehen, ich habe wirklich überlegt, ob er überhaupt ein Fahrtgeld bekommen sollte. Aber er hat uns ja immerhin gefahren und ans Ziel gebracht. Das war mir dann doch die vereinbarten 10 SR wert. Seine Worte beim Verlassen der Taxis habe ich nicht verstanden. Ich glaube, es war auch besser so!!! ;-))

Taxierlebnis Nr. 2 hatte wir bereits am Tag danach. Wir wollten einfach nur in die Innenstadt und ich hatte mir diesmal von Asif einen Punkt sagten lassen, der stadtbekannt ist. Er berichte mir, dass in der Innenstadt, neben der größten Mall eine alte, originalgetreue Dampflokomotive mit Tender und mehreren Anhängern stehen würde. Da ich diese bei meiner ersten Besichtigung noch nicht gesehen hatte, entschied ich mich, dort mit Markus hinzufahren. Den ersten Taxifahrer musste ich aufgrund überhöhter Forderungen - der unverschämte Typ wollte doch glatt 15 SR - weiterschicken. Nr. 2 war da schon kooperativer und wir schwangen uns in seine Mühle. Der Typ, ein Kerl im Styling von Osama - Topterrorist - Bin Laden fuhr auf der Hauptverkehrsstraße in Richtung Innenstadt. Doch nach 1 Kilometer bog er auf einmal ab und fuhr im Richtung Meer. 2 Kilometer weiter setzte er wieder in Richtung Innenstadt an und hielt nach 500 m an einer Ampel. Dort ließ er mein Fenster hinunter und unterhielt sich mit einem anderen Taxifahrer. Dieser erklärte ihm wohl den Weg; dachte ich mir zumindest. Nach der kleinen Wegbeschreibung fuhr er über x-Umwege wieder auf die Hauptverkehrsstraße, auf der wir gestartet waren. Doch die Fahrt ging nun nicht in Richtung City, sondern genau entgegengesetzt zum Flughafen. Die ersten 2 min dachte ich noch, er sucht eine Wendemöglichkeit, aber auch bei dieser Vermutung hatte ich mich geschnitten. Irgendwann war ich dann doch mit meinem Latein am Ende und ich machte ihm mit klaren Gesten und Tonfall deutlich, dass wir in die andere Richtung wollten. Dies verstand er überraschender Weise und ab diesem Zeitpunkt gab ich ihm mit Handzeichen zu verstehen, wie er zu fahren hätte. 25 min später waren wir dann endlich am Ziel…. Nicht das ich gegen diese kostenlose Stadtrundfahrt etwas einzuwenden gehabt hätte. Doch die Taxifahrer werden hier nach spätestens 20 min zielloser Fahrt pampig. Das dies an ihrem eigenen Unvermögen liegt….. will nur keiner wahrhaben. Wer die großen Hotels oder Treffpunkte, die selbst Einheimische empfehlen, nicht kennt, sollte sich nicht beschweren….

 

 01-Feb-2002

 Neptuns Reich

 

 

....wenn man die ganze Zeit nach unten schaut, wird das Gefühl übermächtig. Doch glücklicherweise bleib mir die Ehre einer Vorwasserung erspart und unter Wasser ist ab einer Tiefe von 6 m vom Wellengang nichts mehr zu spüren. Nur wenn ich auf dem Rücken schwimme und von unten nach oben schaue, sieht man die kleinen, weißen Schaumkronen der Wellenkämme. Es ist immer wieder einer der skurrilsten und nicht enden wollenden Momente, wenn man sich die Wasseroberfläche von unten anschaut. Besonders das anfallende Licht verändert sich im Übergang zwischen Luft und Wasser. Mir wird in diesem Augenblick das flüssige Medium in einer anderen Art und Weise bewusst. Irgendwie finde das Wasser für einen Wimpernschlag glibberiger oder zähflüssiger. Ich kann es nicht anders beschreiben, sondern man muss es selbst ausprobieren.

Von der Fisch - und Farbenpracht habe ich ja schon berichtet. Erwähnenswert ist diesmal nur unser Wracktauchgang. Der 3. und letzte Tauchgang, zu dem ich Anfangs überhaupt keine Lust hatte, da mir anfangs schon kalt war und ich auch recht müde war. Lag es am Essen oder an der Bewölkung und dem Wind…. Keine Ahnung!! Der Tauchgang führte mich zu einem Frachter der Fliesen und Kacheln aus dem Sudan geladen hatte und in den 70er Jahren untergegangen war. In mehrere Einzelteile zerbrochen und mit Algen und Korallen überwachsen, boten die Einzelteile eine besondere Herberge für erstaunliche Tiere. Unser britische Skipper hatte uns verraten, dass unter dem Heck oft Ammenhai bis zum Einbruch der Dunkelheit schlummern würden. Daher waren mein Tauchpartner und ich auch die Ersten, die von Bord hüpften und uns sofort in Richtung der besagten Stelle aufmachten. Doch leider waren- bis auf die Mulden auf dem Meeresgrund- keine Haie mehr zu finden. Ich muss gestehen, dass mir bei der Suche und dem Tauchen unter den Bootsrumpf doch mächtig die Nerven flatterten und meine Atmung ein "klein wenig beschleunigt" war. So habe ich nur einen blaugepunkten Stachelrochen, eine 1,5 m lange, obermarmdicke Muräne, sowie einen 60 cm Igelfisch gesehen. Letzterer ließ sich durch unsere Anwesenheit so sehr beeindrucken, dass er sich mir Wasser vollaufen ließ und dadurch wie ein übergroßer gestachelter Ballon aufblähte. Das untergegangene Schiff wies zudem am Bug eine gut erhaltene Reling auf. Ich fühlte mich gleich an die Bilder der untergegangenen Titanic erinnerte. Da das Schiff jedoch seitlich lag, könnte ich mich nicht wie der" König der Welt" auf der Bugspitze in Position bringen. Schade….

 

 28-Jan-2002

 Eine andere Sichtweise

 

 

....auch noch die Möglichkeit deutsches Fernsehen, vornehmlich das ZDF, über Satellit zu empfangen. Aus beiden Berichterstattungen wird das Problem im für mich nahen Norden und nicht Osten zu einem sehr interessanten und hochgradig schwierigen Thema. Während in Deutschland von den Medien eher ein pro-israelisches Bild gezeichnet wird, ist dies hier natürlich genau das Gegenteil. Ich habe gelernt den Konflikt mit ganz anderen Augen zu sehen.
Nach meiner eigenen Meinung hat das erste Selbstmordattentat einer palästinensischen Frau auch die Menschen in der arabischen Welt nachhaltig geschockt. Nicht die Tatsache, dass schon wieder ein Attentat begangen wurde, sondern dass nun auch Frauen unter den Tätern sind. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich teilweise annehmen, es habe neue, unbekannte Art von Angst erzeugt, dass die Gewaltspirale eine besondere Form erreiche. Was ich damit versuche auszudrücken, werde ich nun versuchen näher zu erklären. Ich werde mich dabei einiger Artikel der einheimische Presse bedienen und bitte den Leser selbst für sich zu urteilen.
Nach arabischem Verständnis - worunter ich nun auch die Palästinenser fassen werde - gibt es in den Familien eine klare Rollenverteilung. Der Mann verdient das Geld und die Frau kümmert sich um das Haus und die Familie. Doch durch die ständige Abriegelung der Autonomiegebiete und "zerstörerische" Politik der Israelis in Bezug auf zivile Einrichtungen bleibt es nicht mehr aus, dass viele Frauen heute die einzigen Brotverdiener einer Familie sind. Die Männer haben meistens Arbeitsplätze im Israelischen Teil und sind bzw. werden durch Abriegelungen arbeitslos. Man nimmt heute an, dass über die Hälfte der Arbeitsfähigen inzwischen ohne Job dasteht. Das hat mehrere oft schwerwiegende Folgen. Zum einen macht es das Selbstverständnis vieler arabischer Männer kaputt. Diese führt nicht nur direkt zu Frustration und Wut bei den Personen selbst, sondern zerstört auf Dauer auch die Familien und damit die wichtigste Grundlage, die meines Erachtens ein Elemente jeder Gesellschaft ist. Die Männer fühlen sich nutzlos. Zum anderen gewinnen die gebildeten Frauen aufgrund verschiedenster Strömungen auf administrativer Ebene immer mehr an Einfluss. Was vorher in dieser Gesellschaft undenkbar war, ist ja eigentlich nicht schlimm und ich persönlich halte es sogar für normal, wenn nicht gar längst überfällig, dass diese Schranken in den arabischen Staaten fallen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Frauen formen und bestimmen ihre Zukunft auf jeden Fall nun aktiv mit und sehen auch ihre Lebenswerke und Erfolge durch die israelische Politik stark gefährdet. Sie haben dabei nicht die Angst, in alte "Zeiten" zurückzufallen, sondern fühlen sich ihrer Erfolge für eine bessere Zukunft, wenn nicht gar für einen eigenen palästinensischen Staat beraubt.
Der eher traditionell erzogene Teil der Frau hegt als Motive für Ihre Bereitschaft zum Selbstmord einen anderen Ansporn. Nach Jahren des "Bürgerkrieges" haben viele der palästinensischen Frauen nur noch den Wunsch sich sicher fühlen zu dürfen. Sie wollen relativ normal leben und nicht täglich dem Stress ausgesetzt sein, zu hoffen und zu bangen, ob ihre Familienangehörigen abends sicher nach Hause kommen. Ein Teil der neuen Sicherheitspolitik der Israelis - in Form von Zerstörungen - richtet sich in jüngster Zeit wieder verstärkt gegen zivile Einrichtungen, darunter auch gegen die Wohnungen der Palästinenser. Für viele Frauen stellt die Wohnung ihre ureigenste abgeschlossene Welt der Sicherheit und Macht dar, in denen vorwiegend sie ihren Lebensmittelpunkt haben. Nach einer "Vertreibung" müssen sie dann aber bei der Familie ihres Mannes leben und sich dort - in einem fremden Haus - ihrer Schwiegermutter unterordnen. Die Frauen verlieren somit nicht nur ihr Stück Welt im physischen Sinne, sondern vor allem im sozialen und emotionalen Bereich.
Die Tat der Palästinensischen Frau könnte daher aus einem Motiv herrühren, dass sie gleich zweifach die Auswirkungen der israelischen Politik dieser Tage erfahren durfte und sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Es könnte so sein….

 

 25-Jan-2002

 Richtiges Tauchen

 

 

Ich verstehe kein Wort, da ich Arabisch immer noch nicht so perfekt beherrsche und vermute der gute Herr stört sich an Marks kurzen Strandhosen. Doch Pustekuche! Nachdem der gute Mann 2 Minuten später davonbraust ist, erzählt mir mein Tauchpartner, dass er ihn gefragt hat, ob wir - reichen Deutschen - ihn armen Saudi nicht finanziell bei der Hadj ( so eine Art Wallfahrt/ dieses Jahr im Feb. ) unterstützen wollen. :-?
Am Strand, dann wieder das gewöhnte Bild. Eine super gepflegte Anlage mit eigener Poollandschaft und 2 Restaurants. Wenige Meter vor dem Strand eine kleine, vorgelagerte Insel mit Bar und Barbeque Grill, die man entweder schwimmend oder über einen Holzsteg erreichen kann. Einzig die 3 m hohen Betonwände, die an den seitlichen Grenzen der Strandzone bis zum Wasser reichen und die daran anschließenden, bis zum 60 m entfernten Hausriff reichenden Bretterzäune, stören ein wenig die Idylle. Aber das soll mir egal sein. Wenn die Vorschriften hier halt so sind. Unter Wasser versperren keine Zäune die Sicht, da ist man frei. Ein wenig aufgeregt bin ich vor dem ersten Tauchgang nach fast 2 Jahren dann doch. Checke vorsichtshalber zweimal über und ein dutzend mal unter Wasser die Gerätefunktionen. Dadurch habe ich vom ersten Tauchgang erwartungsgemäß nicht besonders viel und nach 25-30 min ist die Atemluft bis auf unser selbst festgelegtes Minimum aufgebraucht. Auftauchen und am Strand pausieren, was mir doch ein wenig schwer fällt. Der 2. Gang ist dafür um so imposanter. Endlich kann ich in Ruhe an den Riffschluchten entlangtauchen, in alle kleinen und große Höhlen schauen und ein paar Fische mit Brot füttern. STARK!! Der unbeschreiblichste Anblick ist aber der Moment, indem man zum ersten Mal in 12 Metern Tiefe an den Riffkanten nach oben, dh. hoch schaut. Hunderte von Fischen tummeln sich über einem, Fächerkorallen wiegen in der Strömung und die Wasserunterseite glitzert durch die Sonneneinstrahlung. Ab und zu nur steigen ein wenig störende Luftblasen auf. Man möchte gern mal aufhören zu atmen.

Bei der Rückkehr vom zweiten Tauchgang komme ich dann dummerweise an einem Bojenseil vor der abgesperrten Bucht mit einer Koralle oder Alge in Kontakt. Zurück am Strand weist mein rechter Oberarm eine ähnliche "Verbrennung" auf, als wenn ich mich mit einer Brennnessel gegeißelt hätte. Glücklicherweise habe ich aber Aloe-Creme in meiner Tasche, die auch schon auf Mallorca ihre Qualitäten bei Quallenverbrennungen unter Beweis gestellt hat. Gegen Abend ist nur noch eine leichte Rötung zu erkennen. Glück gehabt!!!!

 

 23-Jan-2002

 Ein kleiner Umzug

 

 

...das auslaufende Kondenswasser deren Klimaanlage, welches in einem nicht versiegenden Rinnsal meine darunter angebrachte Anlage mit einem minütlichen: Pling, Pling, Pling verwöhnt. Stetig Tropfen höhlt nicht nur den Stein, sondern raubt auch Nerven und vor allem Schlaf.

So bin ich halt mit meinem Krempel ins andere Zimmer umgezogen. Noch habe ich ja die "große" Auswahl. Nur musste ich das neue Zimmer erst einmal wieder bewohnbar machen. Es sah ähnlich chaotisch wie das andere aus und diente vorher wohl als Abstellkammer und mir nun Trockenraum für meine Wäsche. Wo wir gerade bei Wäsche sind. Das Bügeln von Oberhemden gehört eindeutig nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Mit einem Reisebügeleisen auf einem Küchentisch bleiben die Hemden erstaunlich knittrig. Ich überlege nun, ob ich sie nicht nach dem Waschen zu einer Reinigung gebe, damit sie dort tiptop in Schuss gebracht werden.

Diese, aller spätestens nächste Woche sollen einige neue Möbel eintreffen. Auch ein neues Bett ist angeblich unter der Lieferung. Das alte ist nicht nur total durchgelegen und ich habe schon ein Brett sich Matratze und Rost liegen habe, sondern auch einige Milben sind wohl meine Untermieter. Wollen wir mal hoffen, "bald" heißt in Saudi Arabien nicht wie in Spanien, irgendwann einmal.....

 

 20-Jan-2002

 Begegnung der 3. Art

 

 

....kein Geringerer als William Jefferson (Bill) Clinton, ehemaliger US-Präsident der morgendlicher Gastredner ist. Ungläubig stehe ich im Büro und bin dann wie der Blitz in meiner Wohnung, um mich in Schale zu werfen. Im üblichen Bürooutfit mit Hose und Krawatte werde ich wohl sonst schon an der Eingangstür abgewiesen. Schnell noch ein Taxi gerufen, denn die Zeit wird knapp und Abfahrt zur King Hall des Hilton Hotels.

Und dort sitze ich dann flankiert zwischen saudischen Prinzen in schwarzgoldenen Mänteln, hochrangigen Militärs, einer Heerschar von Journalisten und Topmanagern. Nicht dass ich mich deplaziert fühlen würde, aber ich bin wohl der einzige Student unter diesen geladenen Gästen, die eben noch mit mir die 2 Sicherheitsschleusen passieren mussten. Unglaublich!!
Mit gut 30 min Verspätung zieht dann Billy Boy in den Saal ein. Musik, Spotlight, "Show"treppe, Begleitung durch Teile der Königsfamilie und Bildershow auf den Leinwänden. Ganz der Profi bleibt Mr. Clinton für die Fotografen immer wieder stehen, winkt, schüttelt Hände und unterhält sich mit Personen. Die Halle steht (aber nicht klatschend, sondern nur, um ihn besser zu sehen) und keine 10 m von mir zieht der ehemals mächtigste Mann der Welt vorbei. Er sieht recht gut aus. Leicht gebräunt, das Haar ist in der Zwischenzeit sehr weißgrau und auch die Falten sind ein wenig tiefer geworden. Von Anspannung ist aber nichts zu merken.

Am Rednerpult ist er dann in seinem Element. Er lacht, variiert die Stimme, gestikuliert passend, hat immer den richtigen Kamerablick, spricht langsam und ein ausgezeichnetes Englisch. Nur ab und zu, wenn ihn die Kamera von der Seite einfängt, sieht man, dass er sich nach jedem 2-3 Satz dezent auf die Unterlippe beisst. Die "Macke" liegt aber nicht am Text, sondern er scheint es sich einfach so angewöhnt zu haben. Vielleicht spannt er damit auch die Wangenmuskeln an, um sein Gesicht kämpferischer aussehen zu lassen.
In seiner Rede, die er übrigens vollkommen frei, d.h. ohne Teleprompter oder ein Hilfsblatt, vorträgt schneidet er X-Themen an. Globalisierung, Bildung, Gentechnik usw. Auch scheut er sich nicht vor dem 11. Sep und dem wieder aufgeflammten Nahostkonflikt. Zusammenfassend ruft Bill Clinton zu mehr Verständnis unter den Religionsgemeinschaften auf. Unterschiede bestehen sicherlich, aber alle Seiten sollten voneinander lernen: Einzig und allein die Menschlichkeit dürfe das ausschlaggebende Kriterium sein. Im Hinblick auf die nächste Generation ist ein Nachlassen in den Friedensbemühungen völlig abwegig. Ich bin mir nicht sicher, ob er damit dann nicht doch noch bestehende amerikanische Außenpolitik kritisierte.
Im wirtschaftlichen Sektor plädierte Bill für eine große Bildungsoffensive und die Umstellung der Energiepolitik ( Hahaha!! So ein Aufruf, obwohl die USA immer noch nicht das Kyto-Abkommen unterzeichnet haben!). Auf dem Solarmarkt gäbe es eine gewaltige Chance für Saudi Arabien. Von hier müsste der Impuls ausgehen, ganz Nord Afrika, die Arabische Halbinsel, ehemals Persien...und... und... mit Solarenergie und vor allem der passenden Technik auszurüsten. Dann könnte es S.A. gelingen, über die Ölvorkommen hinaus, einen weltweiten Spitzenplatz in der Energiewirtschaft zu belegen
Mein persönlicher Eindruck:
Die Rede selbst war eher allgemein gehalten und beinhaltete mir zu viele Floskeln "Schaffen wir unserer Kinder willen eine neue Welt!" usw. Der Friedensappell ist zwar lobenswert, doch verrauscht er hier. Viele Saudis sehen in den Amerikanern einen Freund des Todfeinds Israel ( bei diesem Teil der Rede gab es Murren und keinen Applaus!).
Auffallen tut hingegen die traumwandlerische Sicherheit, mit der sich Bill Clinton auf der Bühne bewegt. Teilweise versucht er eine emotionale Bindung des Publikums durch seine Texte zu erreichen ( Beispiele mit Kindern sind ideal für ihn!!), Man sich fragt, ob er nicht selbst gleich anfängt zu weinen. Ich bin mir sicher, in Amerika liebt ihn die Masse dafür.

Auf jeden Fall war es ein Erlebnis, welches man nicht oft im Leben hat.

Zum Abendevent gibt es nicht viel zu sagen. Die Residenz des Schweizer Konsuls ist ein wahre Oase inmitten der Innenstadt. Eine spitzenmäßig gepflegte Anlage, wogegen die Deutsche Residenz, wie ein Landhaus wirkt. Ich hatte als Tischnachbarin eine nette, verheiratete Brasilianerin, mit der ich mich größtenteils über Gott und die Welt unterhalten habe. Auch Tauchen war ein vortreffliches Gesprächsthema. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich recht viel Glück mit der Zusammensetzung meiner Tischgesellschaft hatte. Gegen 02.00 Uhr bin ich dann todmüde ins Bett gefallen.

Um alle Nichtanwesenden aber ein bißchen neidisch zu stimmen, noch die 8 gängige Menüreihenfolge in englisch ;-))

Swiss Dry Beef Slices served with Sweet Melon, Silver Onions und Gherkins - Rye Bread

Quail Essence with a Hint of Dryness

Fillet of Red Snapper on Leek and Morel Stew -Timbale of Wild Rice

Grapefruit Granité with a Hint of Bitterness

Medallions of Beef Tenderloin on Red Wine Onion Fondue - Oregano Pumpkin and Potato

Brie Cheese served with Brown Bread

Assortment of Tropical Fruits on Red Coulis - Honey Ice Cream in Almond Tulip

Tea or Coffee - Mignardises

 

 18-Jan-2002

 Tauchen im roten Meer

 

 

..... ca. 30 min später den Badestrand. Dieser ist wie eine Festung gesichert und nur über eine schmale Einfahrt zu erreichen. Dort muss man dann auch einen bescheidenen Obolus in Höhe von 50 SR = 15 € Eintritt pro Person entrichten. Dafür stehen einem aber auch alle Liegen, die Poollandschaft und ein blitzblanker Strand zu Verfügung. Ich halte es kaum noch aus und hüpfe sofort ins Wasser. Mark meinte noch, es wäre recht kalt!! Haha, die Temperatur beträgt mindestens 24 °C und ich schwimme sofort nach draußen zum Riff. Was mich dort erwartet, ist einfach unbeschreiblich. Ein Farben- und Fischmeer, als wenn ich in ein Meerwasseraquarium in Marineland gesprungen wäre. Ich kann mich gar nicht Sattsehen. Bereits direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen die dicksten Brocken. Fächerkorallen, Muscheln, Seeigel mit Stacheln so lang wie Stricknadeln und farbenprächtige Seegurken. Und vor allem Fische und nochmals Fische. Ich sehr unterarmgroße Barrakudas, Igel- und Kofferfische, verschiedengroße Rotfeuerfische, Skalare, Anemonenfische, die in ihrer Anemone Schutz suchen, unterschiedliche Arten von Korallenfischen mit diesen Entenschnäbeln, Antennenfische und...und... und... mir gehen einfach die Namen aus. Ich fühle mich so klein und will nicht mehr aus dem Wasser. Leider ist die 1h viel zu schnell vergangen und mein Rücken macht sich aufgrund des fehlenden Sonnenschutzes bemerkbar. Ich schwimme zum Ufer und sehe selbst im Flachwasser, noch unzählige Stars. Seepferdchen, Garnelen, die in Symbiose mit ihren Putzerfischchen in einer Sandröhre leben und Trichterfischmännchen, die auf weibliche "Kundschaft" warten. Eigentlich bin ich den Tag nur an Land, um essen, Sonnenschutz nachzuschmieren oder mich aufzuwärmen. Den Film einer Unterwasserkamera hätte ich spätestens in 5 min vollgeknipst. Mark hält mich gegen 13.00 Uhr für verrückt und meint am Ende, ich solle mir mal das Grinsen aus dem Gesicht hämmern. Er fragt mich, ob ich schon mal so für eine Frau geschwärmt hätte!! ...... !?! Kein Kommentar!?!

 

 15-Jan-2002

 Nestle

 

 

...werden sogleich in eine Art Beduinenzelt geführt. Nach einem kurzen Vortrag über Nestlé weltweit und deren Positionierung auf dem saudischen Lebensmittelmarkt beginnt der wirklich spannende Teil. Unter Führung des Schweizer Werkleiters unternehmen wir eine dokumentierte Tour durch die Produktionshallen. Irgendwie fühle ich mich, wie bei der Sendung mit der Maus. Alle Maschinen stammen bestimmt aus ehemaligen europäischen Fabriken. Bei der Produktion wird noch viel per Hand erledigt. Die Arbeitskräfte kommen vorwiegend aus Pakistan oder von der Philippinen, die direkt auf dem Gelände wohnen und hier in einer 7 Tage Woche in 4 Schichten rund um die Uhr arbeiten. Deren Lohn wird oft direkt an die Familien zu Hause überwiesen. Nur 40 % der Angestellten sind Saudis. Dieser Prozentsatz ist aber einer der Höchsten in Jeddah und verwundert die mitgereisten Manager. Seit Mitte letzten Jahres dürfen keine ausländischen Mitarbeiter mehr eingestellt werden, wenn sich ein vergleichbarer Saudi findet (sog Saudinisierung). Das Königshaus will mit diesem Zwangmittel die überraschend hohe Jugendarbeitslosigkeit unter den jungen Arabern in den Griff bekommen. Während der Besichtigung, bei der wir alle weiße Kittel und Mützen tragen müssen, ist es möglich, unmittelbar an die Maschinen heranzutreten und sich alle Arbeitsabläufe genau anzusehen. Gern würde ich Fotos machen, um die Herstellung von beispielsweise Maggiwürfeln zu dokumentieren. Leider sind aber die Produktionslinien für mich tabu-. ;-(

Nach 2 h und etlichen Produkten verlassen wir die Produktionsstätten und werden ins Kontrolllabor geschleust. Hier werden die örtlichen Fertigungen 4 x täglich auf ihre Qualität untersucht. Auch wir dürfen an einer Probeverkostung teilnehmen,. Von Ketchup, über Bouillon und Kinderbrei hin zum Nudelsnack ist alles dabei. Überraschender Weise nehmen die anwesenden Besucher alle und mit einer - für mich unglaublichen - Begeisterung teil. Ab und zu hat es den Anschein eines Wettessens. Selbst die3 Schalen mit dem Kinderbrei sind am Ende leer. Lag es daran, dass es umsonst war? Nein, alle wissen doch, dass nach der Besichtigung, Nestlé noch ein Buffet reicht. Höflichkeit? Glaub ich nicht, dann wäre wenigstens von den Ketchuplinien oder der Menge Kinderbrei einwenig übrig geblieben. Ich denke eher, das die Herrn alle schon zu lange in Saudi Arabien leben und den typischen, einheimischen Appetit entwickelt haben. Der Saudische Magen scheint fast alles und immer in großer Menge vertragen zu können. Amerikanische Fastfood ist hier der absolute Renner. Auch unsere beiden Bürokräfte könnten diese " leckeren" Gerichte täglich verzehren.

 

 14-Jan-2002

 "Happy Hour"

 

 

…die zu Fahrtsstraße erstaunlich zugeparkt ist. Ein paar Schritte weiter höre Musik und Gelächter!! Gelächter in einem Land, wo doch eigentlich nur hinter verschlossenen Türen gelacht werden soll; und nun so was! sofort steigt meine Stimmung. An Pforte steht dann auch nur ein alter Chevi mit 2 gelangweilten, einheimischen Sicherheitskräften, die sich wohl zu Ihrem Glückslos regelmäßig selbst beglückwünschen. Eine Kontrolle gibt es nicht und schon bin ich im Partygetümmel das knapp hinter der Tür beginnt. Vorwiegend ältere Gäste im Alter meiner Eltern. Viele Männer mit Bierdosen - Warsteiner - in der Hand. Also doch, Alkohol wird ausgeschenkt. Wird wohl als Diplomatengepäck ins Land eingeführt. An der Bar finde ich dann auch die Herren Martens und Zenetti. Beide mit einem Bierchen in der Hand und glücksselig strahlend. Herr Zenetti will mir gleich ein Bier bestellen, doch ich kann ihn gerade noch abhalten. " Wollen Sie nichts trinken? Besa... sie sich ruhig!!" Schnell versichere ich ihm, dass ich keinen Alkohol vertrage und Muslime bin! Ach Quatsch natürlich nicht, sondern ich frage ihn, ob es auch Longdrinks gibt, da ich Bier einfach nicht mag! "Na klar! Herr Martens wird ihnen mal de andere Bar zeigen" Und siehe da, Wodka, Gin, Martini, Whiskey... Alles vorhanden und für 10 SR = 3,20 € pro Drink auch zu "humanen" Preisen. So beginnt der Abend mit einem Wodka + Miranda (Lemon). Letzteres ist die hier eine sehr populäre Zitronenbrause aus dem Hause Pepsi. Der Saudische Markt für Erfrischungsgetränk ist eh in Pepsi Hand. Die rote Marke aus Atlanta spielt fast nirgends eine Rolle. Restaurants, Fast Food Ketten, Getränkeautomaten..... Sie alle haben ausschließlich Pepsi Getränke im Ausschank ( Pepsi Cola Light, Seven Up und Miranda). Gegen 21.30 erfolgt dann auf einmal der Ausruf von Seiten der Barmannschaft: "Letzte Bestellung!" Erstaunt gucke ich meinen Gesprächspartner an und dieser erklärt mir, dass um 22.00 Uhr die Klappe fällt. Immerhin müssen alle morgen arbeiten und außerdem erlaubt die örtliche Verwaltung nicht viel mehr. Der Spielraum ist da nicht sehr groß. Auf meine Frage, warum dann die Happy Hours nicht an einem Donnerstag veranstaltet werden, bekomme ich nur ein Schulterzucken und die Gegenfrage: "Haben sie mal beobachtet wie viel in den letzten ca. 2 h getrunken wurde? Können sie sich vorstellen, wo das hinführt, wenn man den Zeitrahmen erweitern würde." Gutes Argument und ich muss gestehe, ich merke nach dieses abstinenten Phase und bei der Wärme auch schon ein leichtes Beduseltsein. Also löst sich kurz nach 22.00 Uhr die Gesellschaft auf und alle, wirklich alle fahren mit Ihren Autos nach Hause. Gäbe es hier Alkoholkontrollen, wäre heute Abend leichte Beute zu erhaschen. Aber solche Kontrollen gibt es halt nicht! Warum auch!

 

 10-Jan-2002

 Altstadt von Jeddah / Al Balad

 

 

.…er mich dort aufgelesen habe. Ich versuche ihn verständlich zu machen, dass ich bei der AHK beschäftigt bin und nicht beim Konsulat. Wir nutzen zwar das gleiche Gebäude, aber damit hätten sich auch schon die Gemeinsamkeiten. Leider versteht er nur das Wort Konsulat und ich habe auf der Fahrt in die Altstadt einen Fahrer, der mir seine paar Brocken "deutsch" vorführt. Er kann alle wichtigen Worte, wie Danke, Bitte, Alles klar, Hamburg und ein erstaunliche Anzahl von Flüchen. Das ist natürlich mehr, als ich wohl jemals auf pakistanisch beherrschen werde. Doch für einen längeren Aufenthalt oder ein Einreisevisum fehlen da noch ein paar grundlegende Kenntnisse. Zu seiner Rettung muss ich aber gestehen, dass ich manchmal Zweifel habe, ob deutsche Talkshowgäste über einen größeren Sprachwortschatz verfügen.

In der Altstadt selbst erwarten mich dann wirklich die engen Gassen und die weißen, bis zu 6 Stockwerke hohen Kalksteingebäude mit den wunderbar geschnitzten Türen aus Teak und den kostbar gefertigten Fensterbalkonen. Leider wirkt vieles äußerst verkommen und nur ab und zu sieht man vereinzelte Highlights. Von der begonnen Restaurierung, wie sie mein DuMont-Reiseführer verspricht, ist wirklich nirgends was zu sehen. Wenn hier mal ein paar Petrodollar investiert werden würden, könnte die Altstadt zu wahnsinniger Schönheit aufblühen. Dazu wäre aber auch eine funktionierende Straßenreinigung und an einigen Stellen so etwas wie ein Kanalisation von Nöten. Besonders in den Nebenstraßen herrscht unter den Bewohnern wohl noch die Angewohnheit, nutzlose Dinge aus Wohnung und Küche der Straße zu überlassen. Die entsprechende Duftkulisse und die Heerscharen von Katzen (Hunde scheint es nicht zu geben und Ratten kommen wohl erst in der Nacht) tun ihr übriges. Das Potential für eine -zumindest in westlichen Augen- traumhafte, orientalische Altstadt schlummert in jedem Winkel.

Wer jetzt beim Lesen und anschließenden Betrachten der Bilder sich fragt, warum deren Anzahl relativ gering ist: Ganz einfach! Die Straßen waren trotz intensiver Sonnenbestrahlung und Mittagszeit sehr gut und vorwiegend von Frauen besucht. Da letztere unter Strafe nicht abgebildet werden dürfen, müsste ich mich sehr bemühen, überhaupt Fotos zu bekommen. Ich fühlte mich teilweise wie ein Spion, der erst alle Zugangsstraßen und Fenster checkt, bevor er Aufnahmen macht. Von den Souks, d.h. den traditionellen, orientalischen Märkten mit einer Vielzahl farbenprächtiger Geschäfte, in den Gewürze und Obst, Kleidung und Teppiche, aber auch Spielzeug und Stoffe verkauft werden, fehlen die Aufnahmen völlig. Es gibt diese Märkte in der Altstadt. Ich habe 2 Stunden Eindrücke aufgesaugt, doch die Reizüberflutung ist zu enorm, als dass man sie in Wort fassen könne. Die Atmosphäre muss man einfach erleben. Es ist genauso, wie man es im Fernsehen erblickt und sich eine Basarstraße vorstellt. Hier war es aber unmöglich, auch nur ein einziges Bild zu machen. Die Gassen sind eng, überdacht und daher von schlechter Lichtqualität. Eine Aufnahme ohne Blitz oder dem Hochhalten der Kamera -über die Menge- hätte keinen Erfolg versprochen. Außerdem und das gebe ich hier offen zu: Ohne einen einheimischen Führer und allein habe ich es mich schlichtweg nicht getraut, das Risiko einer Fotoaufnahme einzugehen. Zu erwähnen bleibt noch die Kuriosität, dass die Altstadt in bestimmte Einkaufsabschnitte eingeteilt ist. Da gibt es Straßen oder ganze Blöcke, in denen man nur eine bestimmte Ware, z.B. Schuhe erwerben kann. Geschäft um Geschäft nur Schuhe, nichts anderes. Dann wieder nur Läden voll bis unter das Dach mit Kleidung, Kosmetika, Nahrungsmitteln, Stoffe, Möbel usw. Ein Produkt derselben Kategorie reiht sich an das nächste. So hat es wahrscheinlich bis ins 20. Jahrhundert auch noch in Deutschland ausgesehen, als man innerhalb der Städte in die Viertel der Schuhmacher, Kürschner, Kolonialwarenhändler usw. unterschieden hat. Erstaunlich! Ich bin mir nun ziemlich sicher, dass ich die Altstadt mindestens noch einmal gegen Abend - d.h. wenn es dunkel ist - besuchen werde. Hell erleuchtet müssen die Märkte einen noch unverwechselbareren Eindruck erzeugen.

 

 09-Jan-2002

 Die Residenz des deutschen Konsuls

 

 

...Residenz des deutschen Konsuls. In Jeddah gibt es mit dem Konsulat nur noch eine "Zweigstelle" der deutschen Botschaft. Die ursprüngliche Botschaft ist vor ca. 5 Jahren nach Riad umgezogen. Da die Saudis aber keinen Unterschied zwischen Konsulat und Botschaft machen und die deutschen Mitarbeiter auch alle Diplomatenpässe besitzen, genießen die Gebäude hier einen besonderen Schutz. D.h. 2-5 Soldaten sind ständig zur Bewachung abgestellt. Zwar läuft die Patrouille hier nicht mit Gewehr im Anschlag um die Grundstücke, doch ankommende Fahrzeuge werden genau beobachtet, längeres Verweilen vor den Gebäuden ist untersagt und Ausweiskontrollen an der Tagesordnung. So kommt es dann auch, dass ich mit meinen Schwimmsachen im Arm merkwürdig gemustert werde, als ich mir an der Residenz Zutritt verschaffe. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht von Anfang an den richtigen Schlüssel zu Hand hatte und sich die Seitentür erst nach mehrmaligen Schlüsselwechsel und Rütteln öffnete. ;-)) Die Residenz wirkt auf den ersten Blick wie ein Herrschaftshaus und auch der Pool im Garten (10mx5m) lässt keine Wünsche offen. Wie ich später erfahre, steht das Haus seit einiger Zeit leer und der Pool wird nur für uns Trainee´s am Laufen gehalten und gereinigt. Da frage ich mich doch, warum wohne ich nicht in der Residenz??? Die steht leer und hat bestimmt mehr als eine Wasserstelle zum Waschen, Putzen und Kochen :-). Ich würde mich auch bereit erklären (notgedrungen natürlich!!), in Jeddah unvergesslich Empfänge für die anderen Nationen zu organisieren. Das wäre ich meinen Vaterland schuldig! *grins*

Am Abend habe ich dann noch eine unerfreuliche Aufgabe zu bewältigen. Seit Tagen werden meine Füße von irgendwelchen Kleinsttieren gepiesackt. Ich hoffe es sind nur Mücken und nicht, wie ich stark vermute Milben. Letzteres wäre äußerst unangenehm, da ich dann den Bestand an Polstermöbeln, Matratzen und auch die Teppichen aus der Wohnung bzw. aus meiner Reichweite entfernen müsste. Fürs Erste versuche ich es mit dem ständigen Tragen von Stümpfen -auch in der Wohnung und Nachts-, Autanspray, dem Waschen sämtlicher Sitzbezüge bei 90°C und dem Moskitonetz über meinem Bett. Meine Schlafkoje hat jetzt den richtigen Tropenstyle!

 

 07-Jan-2002

 Personelle Veränderungen

 

 

...ich in der Vorweihnachtszeit noch diese PowerPoint Schulung an der Uni HH mitgemacht habe. Ohne das dort erworbene Wissen hätte ich in den letzten Tagen Däumchendrehen können. So nutze ich mein Wissen, um der Präsentation ein wenig Schwung zu geben und gleichzeitig an den Beispiel zu üben. Insgesamt sollen es 30 Seiten werden. Mein Chef will die gesamte Präsentation in einer halben Stunde halten. Ich finde 30 Folien für diesen Zeitrahmen ein wenig zu viel, aber er ist der Überzeugung, die vorgegebene Menge zu benötigen...

Gegen Mittag erfahre ich dann, dass mein Chef uns nun doch zur Mitte des Monats Januar in Richtung AHK Iran (um diese Stelle beneide ich ihn noch weniger, als um die jetzige) verlassen wird. Er hatte dieses zwar schon beim Vorgespräch durchklingen lassen, aber jetzt ist aus seiner Sicht, alles in trockenen Tüchern. Bereits morgen Abend wird sein Nachfolger aus Riyadh eintreffen, den er dann innerhalb 1-1,5 Wochen einarbeiten will/wird. Da dieser aber schon bei der dortigen AHK gearbeitet hat, kennt er die landestypischen Gepflogenheiten in S.A.!

Meine Präsentation verfällt dadurch natürlich nicht. Ich soll sie mit meinen neuen Chef besprechen und auf seine Wünsche eingehen... Na klar, was sonst.....

Am Abend wird daraufhin spontan das Abschiedsessen angesetzt. Die Wahl fällt nach längerer Überlegung und mehreren Vorschlägen (ich lehne Japanisch-Sushi entschieden ab ;-) entweder auf Indisch oder Chinesisch. Da aber Aziz aus Indien kommt und er nicht heimatlich essen will, gehen wir also zum Chinesen. Gleich am Eingang empfängt uns ein netter Ober und fragt ob wir in die Single- oder Family-Sektion wollen, Da wir aber keine Frauen oder Kinder dabeihaben, ist für uns letzteres absolut tabu. Die anderen erzählen mir, dass es den Frauen in der Family-Sektion gestattet ist, den Gesichtsschleier abzunehmen. Das Essen selbst ist dann ziemlich mittelmäßig (Biolek würde interessant sagen). Der Fisch in Zitronensoße, schmeckt wie ein gegrilltes Fischstäbchen in warmer Zitronen-Maoam-Soße. Die süß-sauere Soße eines anderen Gerichtes ist mehr sauer als süß und das Fleisch meines Gerichtes zwar zart, aber ein wenig zu lang abgehangen. An der Würze fehlt es zudem deutlich. Gerade hier hätte ich aber kräftig gewürzte Mahlzeiten erwartet. Trotzdem finden die anderen, ich hätte das beste Gericht gewählt. Doch unter mäßigen Gerichten das Beste zu haben, ist auch nicht gerade toll. Der Abend klingt aus, indem wir uns und alle betrinken und verhaftet werden!! ( Natürlich nicht!!! :-))

Gegen 22.30 machen wir uns auf den Rückweg. Auf der Fahrt kommen wir an einer hell beleuchteten Straße vorbei, auf der eine Menge Menschen in unterschiedlichen Geschäften einkaufen, essen oder gemütlich verweilen. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass hier doch nicht total der Hund begraben ist und ähnlich wie in Spanien, die Menschen erst nach 22.00 Uhr lebendig werden. Meine Begleiter raten mir aber ab, allein diesen Ort aufzusuchen. Es wäre zwar nicht gefährlicher als hier Auto zu fahren, aber zu zweit sehe die Sache doch deutlich vorteilhafter aus. So warte ich (muss ich) wohl notgedrungen bis zur Ankunft von Markus, dem 2 Praktikanten Anfang Februar, bis ich hier erste Erkundigungen anstellen werde.

 

 05-Jan-2002

 Erster Arbeitstag

 

 

....für eine Außenhandelskammer am Rande der Welt echt supermodern. Klimaanlage, Konferenzraum, große Küche und jeder Arbeitsplatz mit Computer (PIII-500Hz) und Flachbildschirm. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt und sicher, es hier zumindest von Equipment her 3 Mon. auszuhalten.
Kurze Zeit später lerne ich auch meinen zukünftigen Chef Mr. Zenetti kennen. Auf dem Bild der Außenhandelskammer sieht er jünger aus. Er fragt mich ziemlich schnell, was mich nach Jeddah / Saudi Arabien verschlagen hätte und ich mir als Arbeit vorstellen könnte! Sehr angenehm!! Dann erklärt er mir im Schnelldurchlauf (alles weitere lerne ich eh bei der täglichen Arbeit) die grobe Struktur der Handelskammer und ihre speziellen Aufgaben in Jeddah.
Zu meinen Aufgaben wird es nun gehören, einen Teil der administrativen Aufgaben des Deutschen Wirtschaftkreises in Jeddah zu übernehmen. Man muss sich diesen Kreis als einen großen Verein (obwohl Vereine oder politische Organisationen in SA verboten sind ) aller Deutschsprechenden Personen in wirtschaftlichen Positionen (Siemens, Banken, Fluggesellschaften, Hoteliers usw.) vorstellen. Sie ( ca. 70 ) treffen sich in regelmäßigen Abständen zu Unternehmensbesichtigungen, Vorträgen, Tagungen oder geselligen Anlässen.
So ist beispielsweise für Januar eine Besichtigung der örtliche Nestlefabrikation beabsichtigt und es findet das Jahrestreffen in der Schweizer Botschaft statt. Neben der Vorbereitung werde ich wohl auch die Fotos während der Veranstaltungen machen - Dank DigifotoKamera- und die betreffenden Artikel für die GULF - Info der GESALO (1000 Auflage in 3 Sprachen) schreiben. Da lass ich mal überraschen, welche journalistischen Fähigkeiten noch in mir schlummern.:-))
Darüber hinaus werde ich in das reguläre Tagesgeschäft eingebunden. Die GESALO übernimmt bei Streitigkeiten oft eine Art Mediatoren (Schlichter) - Funktion, beantwortet jegliche Anfragen von Unternehmen nach einen Handelspartner auf der anderen Seite und vermittelt Kontaktadressen, Hotels usw. gerade jetzt im Frühjahr zu den großen Messen (Cebit, IndustrieMesse) in Deutschland. So erhält jeder Saudi, der ein Messeticket erwirbt, ohne Extragebühren und viel Aufwand ein 14tägiges Visum für Deutschland. Da macht es sich dann doch bemerkbar, im Konsulatsgebäude zu residieren.

An dieser Stelle möchte ich mich noch für die zahlreichen Mails in den Anfangstagen bedanken. Auch wenn ich es nicht schaffe, alle persönlich zu beantworten: Macht weiter so! Ich habe nur eine begrenzte Online-Zeit täglich (keine Standleitung mehr ;-() und freue mich über jede Nachricht aus dem kalten (HAHA!!) Deutschland. Genießt den Winter, ich hatte nur soooo ein paar Schneetage. ;-)

 

 03 + 04-Jan-2002

 Grundversorgung sicherstellen

 

 

....auf Entdeckungsreise in meinem Stadtviertel. Immer die mahnenden Worte von Azeez im Ohr: Don´t forget your passport, if you leave the house!!! Doch entweder hab ich Glück oder während der Mittagshitze hat an beiden Tagen nie ein staatlicher Kontrolleur Lust auf ein wenig "Spaß". Ich hoffe, dieses entspannte Wandern durch die Straßen, bleibt mir erhalten.

Auf meinem Weg zum Meer komme ich an zahlreichen Gebäuden vorbei. Doch oftmals bleibt einem der Blick auf die Häuser und die teilweise grandiose Architektur verwährt. Nur wenn Einfahrtstore offen stehen, kann man erahnen, welche Schätze sich hinter den 3-4 m hohen Mauern verbergen werden. Die 2 bisher abgegangenen Stadtteile erweisen sich eher als Villenviertel, wogegen die "Luxusbauten" in den besseren Gegenden Mallorcas, wie Stadthäuser wirken. Klima und der Vegetation erinnern mich eh an des Deutschen liebste Insel, nur fährt hier niemand, wirklich niemand Clio oder Seat Arosa, sondern US-Jeeps und Limousinen oder deutsche Premiumwagen.

Das Rote Meer erweist sich auf meinem Spaziergang zum Meer, dann doch nicht als der kurze Weg zum Wasser, wie es meine Karte angedeutet hat. Das ich dieser Karte nur begrenzt trauen kann, stelle ich später noch fest , als ich durstig durch eine Strasse lief, die nie enden wollte, aber nirgends eingezeichnet war. Das Meer selbst ist in der Bucht mit dem Jeddah Islamic Seaport nicht gerade traumhaft und, da ich den Grund des Wasser selbst am Ufer nicht sehen konnte, verkneife ich mir den Badespass. Pelikane und Flamingos im seichten Wasser zeigen wir aber an, dass ich nicht an der Nordsee gelandet bin.

Auf dem Rückweg und am nächsten Tag besuche ich dann mehrmals den örtlichen Einkaufsmarkt, um mich mit Lebensmitteln, dem fehlenden Duschvorhang und der sagenumwobenen chemischen Keule auszurüsten. Tod allen Tieren, die in meiner Wohnung größer als Ameisen sind. :-))

Bei meiner letzten Einkaufstour habe ich aber den Blick auf die Uhr vergessen und höre selbst im Supermarkt über Lautsprecher den Ruf zum Gebet. ( 5x täglich - 12.07, 15.26, 17.55, 19.25, 20.00 Uhr) Das Licht wird auf ein Minimum reduziert und das ganze Personal verschwindet, nachdem die Kassen ausgestellt sind und der Rollladen die Tür verschließt, in den hauseigenen Gebetsraum oder in die nahegelegene Moschee. Ich habe in den nächsten 30 min nun genügend Gelegenheit das Warenangebot zu studieren. Die Orangen stammen aus Valencia und die Äpfel aus Neuseeland. Es gibt mehrere Sorten Frisch - und H-Milch und sogar Kakao von Nesquick. Beides befindet sich seitdem durch "Zufall" auch in meinem Kühlschrank :-))

Die ersten 2 Abende verbringe ich mit Kochen - es gibt Huhn, Reis, mehrere Sorten Gemüse und Wasser aus Plastikflachen - und dem Bewohnbargestalten dessen, was sich Wohnung nennt. Wenigstens mein Schlafzimmer ist bis auf kleine Veränderungen einwandfrei und die Klimaanlage funktioniert, soweit ich sie überhaupt benötige.

Morgen ist nun mein 1. Arbeitstag und ich bin schon gespannt, was mich dort erwartet.

 

 02-Jan-2002

 Der Tag der Abreise

 

 

....während der Fahrt zum Flughafen entwickelt sich ein lockeres Gespräch und Mark erzählt mir, dass auch er dieses Kribbeln und leichte Unwohlsein vor seiner Fahrt ins Unbekannte hatte! Wirklich beruhigen tut mich das natürlich nicht, aber ich habe mir dieses Los ja selbst ausgesucht. ;-) Am Flughafen, dann die erste Bewährungsprobe. Mit 35 kg Normal- und 13 kg Handgepäck (erlaubt 20 + 8) versuche ich mein Glück am Check-In Schalter. Die Dame ist zwar sehr nett und hilfsbereit, aber wenn ich alles mitnehmen will, soll ich 241,- € Strafe zahlen! Na Fein!!! Also öffne ich neben dem Schalter die Koffer und drücke Mark die "überflüssigen" Dinge in die Arme. So bleiben alle Bücher, ein Teil meiner Tauchsachen und sogar mein heißgeliebter BW - Rucksack auf der Strecke. Für 24,- € das Kilo kann ich schon einen prima Ersatz vor Ort erwerben. Bei 4 kg Übergewicht pendelt sich dann am Ende die Waage ein und ich zahle zähneknirschend 96,- €.

Der Flug selbst gestaltet sich dann als völlig unproblematisch. Nach dm Umstieg in Frankfurt sitze ich fast allein in der Economy - Class. Die 747 der Lufthansa ist höchstens zu 1/3 besetzt. Dafür tummelt sich auf den Sitzen ein buntes Völkergemisch, worunter überraschend viele Familien mit Kleinkindern sind. Ich verschlafe die erste Hälfte des Fluges und wache erst auf, als wir nur noch 1,5 h von Riad entfernt sind. Auch mein Nachbar, 2 Plätze weiter, scheint nun munter und rasch entwickelt sich mit Mohamed, einem Chirurgen aus Riad eine lebhafte Diskussion. Wie sollte es anders sein, natürlich um das einzige Thema, welches ich auf jeden Fall in Saudi Arabien verhindern wollte: Der 11. Sept. und die Reaktionen der westlichen Welt. Zu meinem Glück ist dieser Arzt westlich orientiert - er kommt gerade von Lehrgängen aus Manchester und Paris - und wir können uns darauf verständigen, dass jeder terroristische Anschlag verachtenswert ist. Bevor er dann in Riad die Maschine verläßt, erzählt er mir noch, dass er nun 2 Wochen Überraschungsurlaub mit seiner Frau in eigenen Land macht, bevor es ihn wieder in die Ferne zieht. Ich weiß nicht so recht, ob ich ihn beneiden soll.

In Riad haben wir 2 h Aufenthalt, bevor der Flieger zum letzten Mal an diesem Tage nach Jeddah abhebt. Eine Stewardess erklärt mir, es habe Probleme nicht nur mit der Flughafenkontrolle , sondern auch mit einigen Gästen gegeben. Obwohl die Maschine relativ leer war, wäre es genauso anstrengend gewesen, wie bei Vollbebesetzung. Besonders arabisch aussehende Gästen hätten so sehr dem Alkohol zugesprochen, dass sie sich frage, wie die es in Arabien ohne eigene Brauerei im Keller aushalten würden!! :-)

In Jeddah selbst verläuft dann die Ankunft relativ unspektakulär. Mein Gepäck dreht schon vor meiner Ankunft in der Halle einsam seine Runden auf dem Förderband. Auch die Einreisekontrolle hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Selbstverständlich muss ich Koffer und Handgepäck öffnen und der Kontrolleur wirkt um 23.30 Uhr eher gelangweilt. Erst als er meine CD´s und das Notebook erblickt, flammt sein Interesse ein wenig auf. Als ich ihm aber versichere, es sein garantiert kein illegales oder gar "erotisches" Material darunter, verzichtet er sogar auf einen Probelauf. So verlasse ich mit den notdürftig geschlossenen Koffern die Kontrolle und treffe in der Ausganghalle Azeez, einem Mitarbeiter der AHK.

Nach 20 minütiger Fahrt über die Mekkah Street biegen wir in die Arafat Street (kein Witz) ab und sind 3 min später vor meinem Apartment, von dem Azeez behaupt: "Ist an olderly, basic apartment!" Mir schwant Böses!!!

Die Eingangstür weist dann erste Alterungserscheinungen auf. Sie klemmt wie die Hölle, so dass Azeez die Tür fast eintritt, hat nur einen Griff von außen (sinnvoll!) und muss von innen mit Hilfe einer Zange geöffnet werden. Küche und Bad machen darüber hinaus den Eindruck, als wenn die letzten Bewohner hier geflohen wären oder sonst in Höhlen leben. Spätestens als dann noch das erste krabbelnde Wesen neben meiner Toilette in einer Mauerfuge verschwindet, entschließe ich mich zu einer Generalreinigung aller wichtigen Örtlichkeiten. Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich habe ähnliche Verhältnisse schon auf Mallorca und sogar im "ordentlichen" Hamburg im Rahmen der letzten Wohnungssuche gesehen! Nur mit dem kleinen Unterschied:

Dort musste ich nicht wohnen. :-))

Aber wenigstens sind die Menschen und das Klima ( auch um 0.00 Uhr noch üppige 25 ° C ) bisher sehr angenehm.