| 21-Feb bis 25-Feb 2002 |
Auf den Spuren der Propheten |
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...Vorbereitung: Tag 1: Die Pilger haben sich in ins 12 km entfernte Mina zu begeben, um dort die Nacht zu verbringen. Der Prophet Abraham verweilte für die Nacht in Mina, bevor nach dem Erwachen dem Auftrag Gottes folge leisten und seinen Sohn Ismail als Opfer schlachten wollte. Als Abraham jedoch seinen Sohn vorbereitete, verbat ihm Gott dieses Vorgehen und forderte ihn auf, statt dessen ein Schaf/Widder zu opfern. Tag 2: Der Höhepunkt der Haj: Die Pilger besteigen unter den Rufen: "Hier bin ich, o mein Gott, hier bin ich!" den Berg Arafat bei Mina. Auf diesem Berg hielt Mohamed seine letzte Predigt, in der er seinen Auftrag Gottes erfolgreich für beendet erklärte und daraufhin eine Nachricht von Gott erhielt. Die Pilger verweilen im Gebet auf dem Berg bis zum Sonnenuntergang, um dann hinab zusteigen und bei/in Muzdalifah die Nacht zu verbringen. Anstelle des Propheten verkündet heute ein hoher Geistlicher in einer Mittagsrede, die heiligen Worte. Tag 3: Die Pilger verlassen Muzdalifah in Richtung Mina und nehmen von
dort - nach Möglichkeit - 7 Steine mit. In Mina wenden sich alle
den 3 großen Steinsäulen zu. Sie steinigen nun in einem symbolischen
Akt die größte und Makkah am nahesten liegende Säule.
Die Säule "Jamrat Al Aqaba" symbolisiert den Teufel, der
dem Prophet Ibrahim und seinem Sohn Ismail 3x erschien. Tag 4: Die Pilger steinigen weiterhin die 3 Säulen und verbringen eine weitere Nacht in Mina. Tag 5: Die Pilger steinigen die Säulen, bevor sie nach Makkah zurückkehren,
um sich dort in der Abschiedszeremonie "tawaf al widae" von
der heiligen Stadt zu verabschieden. Am Ende sollen die Pilger so arm
wie sie bei der Geburt waren, nach Hause zurückkehren. |
| 21-Feb bis 01-März 2002 |
Auf Entdeckungstour im Süden |
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...Reise in den Süden Saudi Arabiens vom 21.02. bis 01.03.2002 |
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ab 21-Feb-2002 |
Die islamische Pilgerfahrt -Mekka und Medina |
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..Den Mittelpunkt der Stadt bildet der heilige Bezirk (Haram)
um die große Moschee mit ihren sieben Minaretten, in deren Innenhof
die Kaaba mit dem heiligen schwarzen Stein steht. Die Kaaba, ein leeres
quadratisches Haus, wurde der Legende zufolge von Abraham im Auftrag Gottes
errichtet. Sie wird mit einem großen Schwarzen Tuch (Kiswa) bedeckt,
in das Verses des Korans mit Silberfäden(Gewicht des Silbers - 120kg)
eingewebt sind. Die Kiswa selbst ist aus reiner Seide, 650 kg schwer,
14 m hoch, 47 m breit und kostet in diesem Jahr $ 4,5 Mio. Während
der Pilgerzeit umrunden die Gläubigen 24 Stunden am Tag (7 Gebetsrunden
sind jedem Gläubigen vorgeschrieben) die Kaaba, berühren sie
und küssen an den sog. Yamani-Ecken den schwarzen Stein (wahrscheinlich
ein Meteorit). Neben der Kaaba befindet sich ein Glasschrein mit 2 Fußabdrücken,
die von Ismael, Abrahams Sohn stammen sollen. Dieser hätte seinem
Vater bei der Errichtung der Kaaba geholfen. (Platz an dem Abraham seinen
Sohn für Gott opfern wollte, Gott das Menschenopfer aber anlehnte!) Die zweitheiligste Stadt des Islams und ein weiterer Sammelpunkt während
der Hadsch ist Medinat al Nabi (Medina), die Stadt des Propheten. Sie
liegt 180 km landeinwärts in einer Höhe von 650m, 425 km von
Jeddah und 447 km von Mekka entfernt. Medinat, als Yathrib, schon in islamischer
Zeit als ein bedeutender Karawanenhandelspunkt bekannt, ist die Zufluchts-
und erste Wirkstätte des Propheten Mohammed, nach der Flucht aus
seiner Geburtstadt Makkah im Jahre 622 (n.Chr.) Das bedeutendste Bauwerk
Medinats ist die Moschee des Propheten, deren Errichtung Mohammed 623
selbst in Auftrag gegeben hat und in der er seit 632 begraben ist. Über
dem Grab des Propheten im Innenhof erhebt sich eine Grüne Kuppel,
nach der der Bau auch als grüne Moschee bezeichnet wird. Das Saudische Könighaus träg aufgrund der beiden Städte
voller Stolz auch den zusätzlichen Titel: "Hüter der beiden
Heiligen Stätten" Der drittheiligste Ort des Islams ist übrigens
Jerusalem, mit dem Felsendom und der Al Aqsa-Moschee. Ein nicht unbedeutender
Grund im Nahostkonflikt!! |
| 12-Feb-2002 |
Bürochaos |
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....wenigstens etwas voranzukommen. Da aber Geschäftsbriefe ab und
zu auch ausgedruckt und versandt werden sollten, stehen wir bei der derzeitigen
Lage vor einem Hindernis. Zudem sollen wir Artikel für unser Kammermagazin
schreiben, für die wir recherchieren wollen. Das geht jedoch nur
über Infos und Quellen im Internet, zu dem wir aber aufgrund der
Netzwerkprobleme keinen Zugriff haben. Prima!! Gleichzeitig zieht unser
Headoffice in Riyadh in ein neues Gebäude, wodurch wir von dort auch
kaum Support erhalten. Einzig so nützliche Tipps: Warum wir nicht
selbst mal im Netz stöbern!" erreichen uns. HAHA!! Was für
ein professioneller Rat. Halten die uns für Deppen?!!? Der absolute Kracher ist aber kurz vor dem Mittag unserem Computermonteur, der angeblich ein Spezialist sein soll und schon X Stunden im Büro und in seiner Werkstatt verbracht hat, passiert. Als er einen reparierten Rechner wieder neu anschließen wollte, verwechselt er doch glatt die Stromanschlüsse und nutzte statt der vorgeschrieben 110V Dose, die 220 V. Ein Knall!! Die Sicherung flog raus, eine Rauchwolke über dem Transformator und das Licht ging endgültig aus!! Während Azeez völlig fertig aus der Wäsche schaute, konnte Markus es nicht mehr an sich halten und fiel vor Lachen fast vom Stuhl. Das Gesicht des " Spezialisten" hätte man sehen sollen. Ich glaube, für einen Augenblick überlegte er, die ganzen Sachen hinzuwerfen und Markus den verschmorten Trafo in den Rachen zu schieben. Doch die Saudis ein friedlich Volk und so hatte er sich schnell gefangen und fuhr zurück in seine Wunderwerkstatt .. |
| 10-Feb-2002 |
Fitnessclub im Marriott Hotel |
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....nicht notwenig und auch eine kostenlose Stadtrundfahrt bleibt mir erspart. Der Fahrer kennt sich nervenschonender Weise endlich mal in seiner Stadt aus und schnackt mit mir auch ein wenig auf englisch. Im Hotel, das direkt an der Hauptstraße liegt, keinen Meerblick hat und auch sonst wie ein Gebäude aus den 70ern wirkt, begebe ich mich auf die PL ( PoolLevel) Ebene. Auch hier sind Männer "glücklicherweise" unter sich. Weibliche Personen würden beim Training eh nur stören. Ein netter Hotelangestellter checkt am Eingang des Clubs meinen Ausweis und gibt mir dann einen Schrankschlüssel und Handtücher. Die Schränke in der Umkleide stammen wohl aus einer alten Armeekaserne oder einer Amerikanischen Schule. Alte, klemmende und superschmale Metallspinde, mit einen kleinen, neuen Vorhängeschloss. Na super und wo soll ich jetzt meinen Rucksack unterbringen?? Da bleibt mir und vor allem dem Hotel nichts anderes übrig, als einen zweiten Schrank zu nehmen, den ich belegen kann. Ist ja eh nichts los im Club, also erübrig sich die Diskussion. Der Fitnessraum selbst besteht dann aus einem fensterlosen( warum überrascht mich das nicht) vollklimatisierten Raum, der bis unter die Decke voll verspiegelt ist und einen Wasserspender sowie Fernseher besitzt. Das ist aber der einzige Luxus. Ich muss gestehen ich bin dann doch ein wenig enttäuscht. 7 Ausdauer- bzw. Cardiogeräte, 7 Muskelmaschinen und 2 Hantelbänke. Da ist ja mancher Fitnesskeller besser ausgerüstet, als diese Sport-Spelunke. Von meinem früheren Arbeitgeber der FitCom in Göttingen ganz zu schweigen. Ich persönlich finde den Zustand dieser Anlage für ein 4 Sterne Hotel dieser renommierten Kette knapp unter einem erbärmlich. Da werten auch der Pool im Außenbereich und die 2 Saunen ( Sauna in Arabien- die spinnen, die .) die Anlage nicht mehr auf. Ich würde dem Ganzen maximal die Schulnote 4- geben. Viel fehlt aber nicht mehr an der 5. Besonders, als ich nach meinem Training durch Zufall auch noch die Preistabelle für die Mitgliedschaft erblicke. Schlappe 450,- SR = 135 € monatlich oder 3600,- SR = 1100 € im Jahr halte ich nicht nur für übertrieben, sondern einfach nur unverschämt. Da muss man schon Geld im Überfluss haben und schlechte Studios mögen. Da ich jedoch den Club umsonst nutzen kann, werde ich ab und zu trainieren gehen. Würde ich es jedoch selbst bezahlen müssen, würde ich mich nach einer deutlich besseren Alternative umsehen. |
| 08-Feb-2002 |
Erfahrungen |
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....mit einem mandelgroßen Kern, den man keinesfalls - es sei denn
man steht auf bitter - zerbeißen sollte. Das Fruchtfleisch selbst
ist fest und vom Geschmack her, eine Kreuzung zwischen Litschi und Weintraube.
Auf jeden Fall herrlich erfrischend und verdammt köstlich. Eine Versuchung
wert. Doch Vorsicht, auch in Deutschland sicherlich nicht billig. Hier
kostet das Kilo 7,5 €. Als nächstes erzähle ich ein wenig vom Autoverkehr in Jeddah. Die Fahrweise vor Ort stellt alles Dagewesene in den Schatten. Straßenverkehrsregeln gibt es zwar, aber nur die Hupe und ständige Rundumschau helfen vor Unfällen. Geschwindigkeitsbeschränkungen und Fahrbahnmarkierungen haben ausschließlich Alibifunktion. Selbst in Nebenstraßen wird mit einer Geschwindigkeit gefahren, die ein Bremsen in Notsituationen unmöglich erscheinen lassen. Fast alle Fahrzeuge haben eine Geschwindigkeitsbeschränkung ab 120 km/h. Überschreitet man diese Geschwindigkeit , ertönt aus den Lautsprechern ein andauernder Signalton, der nicht erst bei langsamerer Fahrweise wieder verschwindet. Habe mir aber versichern lassen, das ein Abklemmen der Lautsprecher oder die Veränderung der Bordsoftware möglich und ratsam ist. Gerade was den einheimischen Fahrstil angeht, verstehe ich nun langsam, warum hier so viele Jeeps mit großen Frontfängern gefahren werden. Noch ein kleiner Hinweis: Das Fahren für Frauen ist grundsätzlich verboten. Will eine Lady von A nach B muss sie entweder einen Fahrer anheuern oder ein männliches Familienmitglied beschäftigen. |
| 07-Feb-2002 |
Mit dem Taxi ins Nirgendwo |
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....Am Mittwochabend hatten wir uns entschieden, spontan das Wochenende mit einem Klassischen Konzert starten zu lassen. Noch von der Arbeit hatte ich mittags und damit nach Aussage der Veranstalterin die Karten auf den letzten Drücker bestellt. "The Swiss Piano Trio" sollte klassische Stücke von Mozart, Beethoven und Dvorak spielen. Da wir aber nicht wussten, wo die Veranstaltung stattfinden sollte, hatte ich mir eine Anfahrtsskizze zufaxen lassen. Dieser Plan war in meinen Augen auch ziemlich eindeutig, da dort wichtige Örtlichkeiten, wie Shoppingmalls, Straßennamen usw. eingezeichnet waren. Azeez meinte, das würde jeder finden. Wir sollten uns auch nicht übers Ohr hauen lassen und maximal 15 SR = 9 DM = 4,40 € zahlen. Also habe ich natürlich mit 10 SR angefangen, um noch Spielraum nach oben zu haben und einmal die untere Grenze auszutesten. So warteten wir also gegen 19.00 Uhr (19.30 vereinbarte Kartenabholung) auf ein Taxi! Ich war der Verhandlungsführer und winkte am Straßenrand die Taxen heran. Nicht lachen, aber wenn ich so halb in den Wagen lehnte und um die Preis verhandelte, bot ich schon das Bild einer männlichen Bordsteinschwalbe. Anders geht es nun mal nicht. Setzt man sich rein, schalten die Schlaumeier sofort die Taxameter ein und man hat verloren. Taxi Nr. 1 wollte sage und schreibe 30 SR haben. Nr. 2 + 3 wären schon mit 20 SR zufrieden gegeben und den 4ten drückte ich auf 10 SR und wir wagten die Mitfahrt. Eine Entscheidung, die uns ein kurzes Abenteuer bescheuerte. Anfangs war der Taxifahrer noch gut gelaunt und er fand auch nach einer 15 minütigen Fahrt (Diese Entfernung hätte in Deutschland schon 15 € gekostet) das Shopping Center. Danach jedoch wurde es "nett". Durch Seitenstraßen fahrend irrten wir durch den Stadtteil und gelangten nach 10 min wieder zur Shoppingmall zurück. Klasse! Der Taxifahrer wurde langsam ungeduldig. Ich zeigte wieder auf meine Straßenkarte und wir fuhren weiter. 5 Min Später hielt er an einem Compound (Wohnsiedlung) und meinte wir wären am Ziel. Doch nichts da. Es ging weiter und nicht nur der Fahrer war langsam genervt, sondern auch der deutsche Beifahrer der den Typen am Liebsten erwürgt hätte. Zu guter Letzt strandeten wir - nachdem ich meinte, er soll an einen weiteren Compound, auf den einige Menschen zuströmten, anhalten. Markus sprang heraus und Wunder oh Wunder, wir hatten nach 40 min. Irrfahrt unsere Odyssee beendet und den Veranstaltungsort gefunden. Wenn der Fahrer sich nun ein Trinkgeld versprochen hatte, dann habe ich ihn wohl kräftig enttäuscht. Ich muss gestehen, ich habe wirklich überlegt, ob er überhaupt ein Fahrtgeld bekommen sollte. Aber er hat uns ja immerhin gefahren und ans Ziel gebracht. Das war mir dann doch die vereinbarten 10 SR wert. Seine Worte beim Verlassen der Taxis habe ich nicht verstanden. Ich glaube, es war auch besser so!!! ;-)) Taxierlebnis Nr. 2 hatte wir bereits am Tag danach. Wir wollten einfach nur in die Innenstadt und ich hatte mir diesmal von Asif einen Punkt sagten lassen, der stadtbekannt ist. Er berichte mir, dass in der Innenstadt, neben der größten Mall eine alte, originalgetreue Dampflokomotive mit Tender und mehreren Anhängern stehen würde. Da ich diese bei meiner ersten Besichtigung noch nicht gesehen hatte, entschied ich mich, dort mit Markus hinzufahren. Den ersten Taxifahrer musste ich aufgrund überhöhter Forderungen - der unverschämte Typ wollte doch glatt 15 SR - weiterschicken. Nr. 2 war da schon kooperativer und wir schwangen uns in seine Mühle. Der Typ, ein Kerl im Styling von Osama - Topterrorist - Bin Laden fuhr auf der Hauptverkehrsstraße in Richtung Innenstadt. Doch nach 1 Kilometer bog er auf einmal ab und fuhr im Richtung Meer. 2 Kilometer weiter setzte er wieder in Richtung Innenstadt an und hielt nach 500 m an einer Ampel. Dort ließ er mein Fenster hinunter und unterhielt sich mit einem anderen Taxifahrer. Dieser erklärte ihm wohl den Weg; dachte ich mir zumindest. Nach der kleinen Wegbeschreibung fuhr er über x-Umwege wieder auf die Hauptverkehrsstraße, auf der wir gestartet waren. Doch die Fahrt ging nun nicht in Richtung City, sondern genau entgegengesetzt zum Flughafen. Die ersten 2 min dachte ich noch, er sucht eine Wendemöglichkeit, aber auch bei dieser Vermutung hatte ich mich geschnitten. Irgendwann war ich dann doch mit meinem Latein am Ende und ich machte ihm mit klaren Gesten und Tonfall deutlich, dass wir in die andere Richtung wollten. Dies verstand er überraschender Weise und ab diesem Zeitpunkt gab ich ihm mit Handzeichen zu verstehen, wie er zu fahren hätte. 25 min später waren wir dann endlich am Ziel . Nicht das ich gegen diese kostenlose Stadtrundfahrt etwas einzuwenden gehabt hätte. Doch die Taxifahrer werden hier nach spätestens 20 min zielloser Fahrt pampig. Das dies an ihrem eigenen Unvermögen liegt .. will nur keiner wahrhaben. Wer die großen Hotels oder Treffpunkte, die selbst Einheimische empfehlen, nicht kennt, sollte sich nicht beschweren . |
| 01-Feb-2002 |
Neptuns Reich |
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....wenn man die ganze Zeit nach unten schaut, wird das Gefühl übermächtig. Doch glücklicherweise bleib mir die Ehre einer Vorwasserung erspart und unter Wasser ist ab einer Tiefe von 6 m vom Wellengang nichts mehr zu spüren. Nur wenn ich auf dem Rücken schwimme und von unten nach oben schaue, sieht man die kleinen, weißen Schaumkronen der Wellenkämme. Es ist immer wieder einer der skurrilsten und nicht enden wollenden Momente, wenn man sich die Wasseroberfläche von unten anschaut. Besonders das anfallende Licht verändert sich im Übergang zwischen Luft und Wasser. Mir wird in diesem Augenblick das flüssige Medium in einer anderen Art und Weise bewusst. Irgendwie finde das Wasser für einen Wimpernschlag glibberiger oder zähflüssiger. Ich kann es nicht anders beschreiben, sondern man muss es selbst ausprobieren. Von der Fisch - und Farbenpracht habe ich ja schon berichtet. Erwähnenswert ist diesmal nur unser Wracktauchgang. Der 3. und letzte Tauchgang, zu dem ich Anfangs überhaupt keine Lust hatte, da mir anfangs schon kalt war und ich auch recht müde war. Lag es am Essen oder an der Bewölkung und dem Wind . Keine Ahnung!! Der Tauchgang führte mich zu einem Frachter der Fliesen und Kacheln aus dem Sudan geladen hatte und in den 70er Jahren untergegangen war. In mehrere Einzelteile zerbrochen und mit Algen und Korallen überwachsen, boten die Einzelteile eine besondere Herberge für erstaunliche Tiere. Unser britische Skipper hatte uns verraten, dass unter dem Heck oft Ammenhai bis zum Einbruch der Dunkelheit schlummern würden. Daher waren mein Tauchpartner und ich auch die Ersten, die von Bord hüpften und uns sofort in Richtung der besagten Stelle aufmachten. Doch leider waren- bis auf die Mulden auf dem Meeresgrund- keine Haie mehr zu finden. Ich muss gestehen, dass mir bei der Suche und dem Tauchen unter den Bootsrumpf doch mächtig die Nerven flatterten und meine Atmung ein "klein wenig beschleunigt" war. So habe ich nur einen blaugepunkten Stachelrochen, eine 1,5 m lange, obermarmdicke Muräne, sowie einen 60 cm Igelfisch gesehen. Letzterer ließ sich durch unsere Anwesenheit so sehr beeindrucken, dass er sich mir Wasser vollaufen ließ und dadurch wie ein übergroßer gestachelter Ballon aufblähte. Das untergegangene Schiff wies zudem am Bug eine gut erhaltene Reling auf. Ich fühlte mich gleich an die Bilder der untergegangenen Titanic erinnerte. Da das Schiff jedoch seitlich lag, könnte ich mich nicht wie der" König der Welt" auf der Bugspitze in Position bringen. Schade . |
| 28-Jan-2002 |
Eine andere Sichtweise |
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....auch noch die Möglichkeit deutsches Fernsehen, vornehmlich das
ZDF, über Satellit zu empfangen. Aus beiden Berichterstattungen wird
das Problem im für mich nahen Norden und nicht Osten zu einem sehr
interessanten und hochgradig schwierigen Thema. Während in Deutschland
von den Medien eher ein pro-israelisches Bild gezeichnet wird, ist dies
hier natürlich genau das Gegenteil. Ich habe gelernt den Konflikt
mit ganz anderen Augen zu sehen. |
| 25-Jan-2002 |
Richtiges Tauchen |
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Ich verstehe kein Wort, da ich Arabisch immer noch nicht so perfekt beherrsche
und vermute der gute Herr stört sich an Marks kurzen Strandhosen.
Doch Pustekuche! Nachdem der gute Mann 2 Minuten später davonbraust
ist, erzählt mir mein Tauchpartner, dass er ihn gefragt hat, ob wir
- reichen Deutschen - ihn armen Saudi nicht finanziell bei der Hadj (
so eine Art Wallfahrt/ dieses Jahr im Feb. ) unterstützen wollen.
:-? Bei der Rückkehr vom zweiten Tauchgang komme ich dann dummerweise
an einem Bojenseil vor der abgesperrten Bucht mit einer Koralle oder Alge
in Kontakt. Zurück am Strand weist mein rechter Oberarm eine ähnliche
"Verbrennung" auf, als wenn ich mich mit einer Brennnessel gegeißelt
hätte. Glücklicherweise habe ich aber Aloe-Creme in meiner Tasche,
die auch schon auf Mallorca ihre Qualitäten bei Quallenverbrennungen
unter Beweis gestellt hat. Gegen Abend ist nur noch eine leichte Rötung
zu erkennen. Glück gehabt!!!! |
| 23-Jan-2002 |
Ein kleiner Umzug |
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...das auslaufende Kondenswasser deren Klimaanlage, welches in einem nicht versiegenden Rinnsal meine darunter angebrachte Anlage mit einem minütlichen: Pling, Pling, Pling verwöhnt. Stetig Tropfen höhlt nicht nur den Stein, sondern raubt auch Nerven und vor allem Schlaf. So bin ich halt mit meinem Krempel ins andere Zimmer umgezogen. Noch habe ich ja die "große" Auswahl. Nur musste ich das neue Zimmer erst einmal wieder bewohnbar machen. Es sah ähnlich chaotisch wie das andere aus und diente vorher wohl als Abstellkammer und mir nun Trockenraum für meine Wäsche. Wo wir gerade bei Wäsche sind. Das Bügeln von Oberhemden gehört eindeutig nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Mit einem Reisebügeleisen auf einem Küchentisch bleiben die Hemden erstaunlich knittrig. Ich überlege nun, ob ich sie nicht nach dem Waschen zu einer Reinigung gebe, damit sie dort tiptop in Schuss gebracht werden. Diese, aller spätestens nächste Woche sollen einige neue Möbel eintreffen. Auch ein neues Bett ist angeblich unter der Lieferung. Das alte ist nicht nur total durchgelegen und ich habe schon ein Brett sich Matratze und Rost liegen habe, sondern auch einige Milben sind wohl meine Untermieter. Wollen wir mal hoffen, "bald" heißt in Saudi Arabien nicht wie in Spanien, irgendwann einmal..... |
| 20-Jan-2002 |
Begegnung der 3. Art |
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....kein Geringerer als William Jefferson (Bill) Clinton, ehemaliger US-Präsident der morgendlicher Gastredner ist. Ungläubig stehe ich im Büro und bin dann wie der Blitz in meiner Wohnung, um mich in Schale zu werfen. Im üblichen Bürooutfit mit Hose und Krawatte werde ich wohl sonst schon an der Eingangstür abgewiesen. Schnell noch ein Taxi gerufen, denn die Zeit wird knapp und Abfahrt zur King Hall des Hilton Hotels. Und dort sitze ich dann flankiert zwischen saudischen Prinzen in schwarzgoldenen
Mänteln, hochrangigen Militärs, einer Heerschar von Journalisten
und Topmanagern. Nicht dass ich mich deplaziert fühlen würde,
aber ich bin wohl der einzige Student unter diesen geladenen Gästen,
die eben noch mit mir die 2 Sicherheitsschleusen passieren mussten. Unglaublich!! Am Rednerpult ist er dann in seinem Element. Er lacht, variiert die Stimme,
gestikuliert passend, hat immer den richtigen Kamerablick, spricht langsam
und ein ausgezeichnetes Englisch. Nur ab und zu, wenn ihn die Kamera von
der Seite einfängt, sieht man, dass er sich nach jedem 2-3 Satz dezent
auf die Unterlippe beisst. Die "Macke" liegt aber nicht am Text,
sondern er scheint es sich einfach so angewöhnt zu haben. Vielleicht
spannt er damit auch die Wangenmuskeln an, um sein Gesicht kämpferischer
aussehen zu lassen. Auf jeden Fall war es ein Erlebnis, welches man nicht oft im Leben hat. Zum Abendevent gibt es nicht viel zu sagen. Die Residenz des Schweizer Konsuls ist ein wahre Oase inmitten der Innenstadt. Eine spitzenmäßig gepflegte Anlage, wogegen die Deutsche Residenz, wie ein Landhaus wirkt. Ich hatte als Tischnachbarin eine nette, verheiratete Brasilianerin, mit der ich mich größtenteils über Gott und die Welt unterhalten habe. Auch Tauchen war ein vortreffliches Gesprächsthema. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich recht viel Glück mit der Zusammensetzung meiner Tischgesellschaft hatte. Gegen 02.00 Uhr bin ich dann todmüde ins Bett gefallen. Um alle Nichtanwesenden aber ein bißchen neidisch zu stimmen, noch die 8 gängige Menüreihenfolge in englisch ;-)) Swiss Dry Beef Slices served with Sweet Melon, Silver Onions und Gherkins - Rye Bread Quail Essence with a Hint of Dryness Fillet of Red Snapper on Leek and Morel Stew -Timbale of Wild Rice Grapefruit Granité with a Hint of Bitterness Medallions of Beef Tenderloin on Red Wine Onion Fondue - Oregano Pumpkin and Potato Brie Cheese served with Brown Bread Assortment of Tropical Fruits on Red Coulis - Honey Ice Cream in Almond Tulip Tea or Coffee - Mignardises |
| 18-Jan-2002 |
Tauchen im roten Meer |
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..... ca. 30 min später den Badestrand. Dieser ist wie eine Festung gesichert und nur über eine schmale Einfahrt zu erreichen. Dort muss man dann auch einen bescheidenen Obolus in Höhe von 50 SR = 15 € Eintritt pro Person entrichten. Dafür stehen einem aber auch alle Liegen, die Poollandschaft und ein blitzblanker Strand zu Verfügung. Ich halte es kaum noch aus und hüpfe sofort ins Wasser. Mark meinte noch, es wäre recht kalt!! Haha, die Temperatur beträgt mindestens 24 °C und ich schwimme sofort nach draußen zum Riff. Was mich dort erwartet, ist einfach unbeschreiblich. Ein Farben- und Fischmeer, als wenn ich in ein Meerwasseraquarium in Marineland gesprungen wäre. Ich kann mich gar nicht Sattsehen. Bereits direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen die dicksten Brocken. Fächerkorallen, Muscheln, Seeigel mit Stacheln so lang wie Stricknadeln und farbenprächtige Seegurken. Und vor allem Fische und nochmals Fische. Ich sehr unterarmgroße Barrakudas, Igel- und Kofferfische, verschiedengroße Rotfeuerfische, Skalare, Anemonenfische, die in ihrer Anemone Schutz suchen, unterschiedliche Arten von Korallenfischen mit diesen Entenschnäbeln, Antennenfische und...und... und... mir gehen einfach die Namen aus. Ich fühle mich so klein und will nicht mehr aus dem Wasser. Leider ist die 1h viel zu schnell vergangen und mein Rücken macht sich aufgrund des fehlenden Sonnenschutzes bemerkbar. Ich schwimme zum Ufer und sehe selbst im Flachwasser, noch unzählige Stars. Seepferdchen, Garnelen, die in Symbiose mit ihren Putzerfischchen in einer Sandröhre leben und Trichterfischmännchen, die auf weibliche "Kundschaft" warten. Eigentlich bin ich den Tag nur an Land, um essen, Sonnenschutz nachzuschmieren oder mich aufzuwärmen. Den Film einer Unterwasserkamera hätte ich spätestens in 5 min vollgeknipst. Mark hält mich gegen 13.00 Uhr für verrückt und meint am Ende, ich solle mir mal das Grinsen aus dem Gesicht hämmern. Er fragt mich, ob ich schon mal so für eine Frau geschwärmt hätte!! ...... !?! Kein Kommentar!?! |
| 15-Jan-2002 |
Nestle |
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...werden sogleich in eine Art Beduinenzelt geführt. Nach einem kurzen Vortrag über Nestlé weltweit und deren Positionierung auf dem saudischen Lebensmittelmarkt beginnt der wirklich spannende Teil. Unter Führung des Schweizer Werkleiters unternehmen wir eine dokumentierte Tour durch die Produktionshallen. Irgendwie fühle ich mich, wie bei der Sendung mit der Maus. Alle Maschinen stammen bestimmt aus ehemaligen europäischen Fabriken. Bei der Produktion wird noch viel per Hand erledigt. Die Arbeitskräfte kommen vorwiegend aus Pakistan oder von der Philippinen, die direkt auf dem Gelände wohnen und hier in einer 7 Tage Woche in 4 Schichten rund um die Uhr arbeiten. Deren Lohn wird oft direkt an die Familien zu Hause überwiesen. Nur 40 % der Angestellten sind Saudis. Dieser Prozentsatz ist aber einer der Höchsten in Jeddah und verwundert die mitgereisten Manager. Seit Mitte letzten Jahres dürfen keine ausländischen Mitarbeiter mehr eingestellt werden, wenn sich ein vergleichbarer Saudi findet (sog Saudinisierung). Das Königshaus will mit diesem Zwangmittel die überraschend hohe Jugendarbeitslosigkeit unter den jungen Arabern in den Griff bekommen. Während der Besichtigung, bei der wir alle weiße Kittel und Mützen tragen müssen, ist es möglich, unmittelbar an die Maschinen heranzutreten und sich alle Arbeitsabläufe genau anzusehen. Gern würde ich Fotos machen, um die Herstellung von beispielsweise Maggiwürfeln zu dokumentieren. Leider sind aber die Produktionslinien für mich tabu-. ;-( Nach 2 h und etlichen Produkten verlassen wir die Produktionsstätten und werden ins Kontrolllabor geschleust. Hier werden die örtlichen Fertigungen 4 x täglich auf ihre Qualität untersucht. Auch wir dürfen an einer Probeverkostung teilnehmen,. Von Ketchup, über Bouillon und Kinderbrei hin zum Nudelsnack ist alles dabei. Überraschender Weise nehmen die anwesenden Besucher alle und mit einer - für mich unglaublichen - Begeisterung teil. Ab und zu hat es den Anschein eines Wettessens. Selbst die3 Schalen mit dem Kinderbrei sind am Ende leer. Lag es daran, dass es umsonst war? Nein, alle wissen doch, dass nach der Besichtigung, Nestlé noch ein Buffet reicht. Höflichkeit? Glaub ich nicht, dann wäre wenigstens von den Ketchuplinien oder der Menge Kinderbrei einwenig übrig geblieben. Ich denke eher, das die Herrn alle schon zu lange in Saudi Arabien leben und den typischen, einheimischen Appetit entwickelt haben. Der Saudische Magen scheint fast alles und immer in großer Menge vertragen zu können. Amerikanische Fastfood ist hier der absolute Renner. Auch unsere beiden Bürokräfte könnten diese " leckeren" Gerichte täglich verzehren. |
| 14-Jan-2002 |
"Happy Hour" |
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die zu Fahrtsstraße erstaunlich zugeparkt ist. Ein paar Schritte weiter höre Musik und Gelächter!! Gelächter in einem Land, wo doch eigentlich nur hinter verschlossenen Türen gelacht werden soll; und nun so was! sofort steigt meine Stimmung. An Pforte steht dann auch nur ein alter Chevi mit 2 gelangweilten, einheimischen Sicherheitskräften, die sich wohl zu Ihrem Glückslos regelmäßig selbst beglückwünschen. Eine Kontrolle gibt es nicht und schon bin ich im Partygetümmel das knapp hinter der Tür beginnt. Vorwiegend ältere Gäste im Alter meiner Eltern. Viele Männer mit Bierdosen - Warsteiner - in der Hand. Also doch, Alkohol wird ausgeschenkt. Wird wohl als Diplomatengepäck ins Land eingeführt. An der Bar finde ich dann auch die Herren Martens und Zenetti. Beide mit einem Bierchen in der Hand und glücksselig strahlend. Herr Zenetti will mir gleich ein Bier bestellen, doch ich kann ihn gerade noch abhalten. " Wollen Sie nichts trinken? Besa... sie sich ruhig!!" Schnell versichere ich ihm, dass ich keinen Alkohol vertrage und Muslime bin! Ach Quatsch natürlich nicht, sondern ich frage ihn, ob es auch Longdrinks gibt, da ich Bier einfach nicht mag! "Na klar! Herr Martens wird ihnen mal de andere Bar zeigen" Und siehe da, Wodka, Gin, Martini, Whiskey... Alles vorhanden und für 10 SR = 3,20 € pro Drink auch zu "humanen" Preisen. So beginnt der Abend mit einem Wodka + Miranda (Lemon). Letzteres ist die hier eine sehr populäre Zitronenbrause aus dem Hause Pepsi. Der Saudische Markt für Erfrischungsgetränk ist eh in Pepsi Hand. Die rote Marke aus Atlanta spielt fast nirgends eine Rolle. Restaurants, Fast Food Ketten, Getränkeautomaten..... Sie alle haben ausschließlich Pepsi Getränke im Ausschank ( Pepsi Cola Light, Seven Up und Miranda). Gegen 21.30 erfolgt dann auf einmal der Ausruf von Seiten der Barmannschaft: "Letzte Bestellung!" Erstaunt gucke ich meinen Gesprächspartner an und dieser erklärt mir, dass um 22.00 Uhr die Klappe fällt. Immerhin müssen alle morgen arbeiten und außerdem erlaubt die örtliche Verwaltung nicht viel mehr. Der Spielraum ist da nicht sehr groß. Auf meine Frage, warum dann die Happy Hours nicht an einem Donnerstag veranstaltet werden, bekomme ich nur ein Schulterzucken und die Gegenfrage: "Haben sie mal beobachtet wie viel in den letzten ca. 2 h getrunken wurde? Können sie sich vorstellen, wo das hinführt, wenn man den Zeitrahmen erweitern würde." Gutes Argument und ich muss gestehe, ich merke nach dieses abstinenten Phase und bei der Wärme auch schon ein leichtes Beduseltsein. Also löst sich kurz nach 22.00 Uhr die Gesellschaft auf und alle, wirklich alle fahren mit Ihren Autos nach Hause. Gäbe es hier Alkoholkontrollen, wäre heute Abend leichte Beute zu erhaschen. Aber solche Kontrollen gibt es halt nicht! Warum auch! |
| 10-Jan-2002 |
Altstadt von Jeddah / Al Balad |
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. er mich dort aufgelesen habe. Ich versuche ihn verständlich zu machen, dass ich bei der AHK beschäftigt bin und nicht beim Konsulat. Wir nutzen zwar das gleiche Gebäude, aber damit hätten sich auch schon die Gemeinsamkeiten. Leider versteht er nur das Wort Konsulat und ich habe auf der Fahrt in die Altstadt einen Fahrer, der mir seine paar Brocken "deutsch" vorführt. Er kann alle wichtigen Worte, wie Danke, Bitte, Alles klar, Hamburg und ein erstaunliche Anzahl von Flüchen. Das ist natürlich mehr, als ich wohl jemals auf pakistanisch beherrschen werde. Doch für einen längeren Aufenthalt oder ein Einreisevisum fehlen da noch ein paar grundlegende Kenntnisse. Zu seiner Rettung muss ich aber gestehen, dass ich manchmal Zweifel habe, ob deutsche Talkshowgäste über einen größeren Sprachwortschatz verfügen. In der Altstadt selbst erwarten mich dann wirklich die engen Gassen und die weißen, bis zu 6 Stockwerke hohen Kalksteingebäude mit den wunderbar geschnitzten Türen aus Teak und den kostbar gefertigten Fensterbalkonen. Leider wirkt vieles äußerst verkommen und nur ab und zu sieht man vereinzelte Highlights. Von der begonnen Restaurierung, wie sie mein DuMont-Reiseführer verspricht, ist wirklich nirgends was zu sehen. Wenn hier mal ein paar Petrodollar investiert werden würden, könnte die Altstadt zu wahnsinniger Schönheit aufblühen. Dazu wäre aber auch eine funktionierende Straßenreinigung und an einigen Stellen so etwas wie ein Kanalisation von Nöten. Besonders in den Nebenstraßen herrscht unter den Bewohnern wohl noch die Angewohnheit, nutzlose Dinge aus Wohnung und Küche der Straße zu überlassen. Die entsprechende Duftkulisse und die Heerscharen von Katzen (Hunde scheint es nicht zu geben und Ratten kommen wohl erst in der Nacht) tun ihr übriges. Das Potential für eine -zumindest in westlichen Augen- traumhafte, orientalische Altstadt schlummert in jedem Winkel. Wer jetzt beim Lesen und anschließenden Betrachten der Bilder sich fragt, warum deren Anzahl relativ gering ist: Ganz einfach! Die Straßen waren trotz intensiver Sonnenbestrahlung und Mittagszeit sehr gut und vorwiegend von Frauen besucht. Da letztere unter Strafe nicht abgebildet werden dürfen, müsste ich mich sehr bemühen, überhaupt Fotos zu bekommen. Ich fühlte mich teilweise wie ein Spion, der erst alle Zugangsstraßen und Fenster checkt, bevor er Aufnahmen macht. Von den Souks, d.h. den traditionellen, orientalischen Märkten mit einer Vielzahl farbenprächtiger Geschäfte, in den Gewürze und Obst, Kleidung und Teppiche, aber auch Spielzeug und Stoffe verkauft werden, fehlen die Aufnahmen völlig. Es gibt diese Märkte in der Altstadt. Ich habe 2 Stunden Eindrücke aufgesaugt, doch die Reizüberflutung ist zu enorm, als dass man sie in Wort fassen könne. Die Atmosphäre muss man einfach erleben. Es ist genauso, wie man es im Fernsehen erblickt und sich eine Basarstraße vorstellt. Hier war es aber unmöglich, auch nur ein einziges Bild zu machen. Die Gassen sind eng, überdacht und daher von schlechter Lichtqualität. Eine Aufnahme ohne Blitz oder dem Hochhalten der Kamera -über die Menge- hätte keinen Erfolg versprochen. Außerdem und das gebe ich hier offen zu: Ohne einen einheimischen Führer und allein habe ich es mich schlichtweg nicht getraut, das Risiko einer Fotoaufnahme einzugehen. Zu erwähnen bleibt noch die Kuriosität, dass die Altstadt in bestimmte Einkaufsabschnitte eingeteilt ist. Da gibt es Straßen oder ganze Blöcke, in denen man nur eine bestimmte Ware, z.B. Schuhe erwerben kann. Geschäft um Geschäft nur Schuhe, nichts anderes. Dann wieder nur Läden voll bis unter das Dach mit Kleidung, Kosmetika, Nahrungsmitteln, Stoffe, Möbel usw. Ein Produkt derselben Kategorie reiht sich an das nächste. So hat es wahrscheinlich bis ins 20. Jahrhundert auch noch in Deutschland ausgesehen, als man innerhalb der Städte in die Viertel der Schuhmacher, Kürschner, Kolonialwarenhändler usw. unterschieden hat. Erstaunlich! Ich bin mir nun ziemlich sicher, dass ich die Altstadt mindestens noch einmal gegen Abend - d.h. wenn es dunkel ist - besuchen werde. Hell erleuchtet müssen die Märkte einen noch unverwechselbareren Eindruck erzeugen. |
| 09-Jan-2002 |
Die Residenz des deutschen Konsuls |
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...Residenz des deutschen Konsuls. In Jeddah gibt es mit dem Konsulat nur noch eine "Zweigstelle" der deutschen Botschaft. Die ursprüngliche Botschaft ist vor ca. 5 Jahren nach Riad umgezogen. Da die Saudis aber keinen Unterschied zwischen Konsulat und Botschaft machen und die deutschen Mitarbeiter auch alle Diplomatenpässe besitzen, genießen die Gebäude hier einen besonderen Schutz. D.h. 2-5 Soldaten sind ständig zur Bewachung abgestellt. Zwar läuft die Patrouille hier nicht mit Gewehr im Anschlag um die Grundstücke, doch ankommende Fahrzeuge werden genau beobachtet, längeres Verweilen vor den Gebäuden ist untersagt und Ausweiskontrollen an der Tagesordnung. So kommt es dann auch, dass ich mit meinen Schwimmsachen im Arm merkwürdig gemustert werde, als ich mir an der Residenz Zutritt verschaffe. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht von Anfang an den richtigen Schlüssel zu Hand hatte und sich die Seitentür erst nach mehrmaligen Schlüsselwechsel und Rütteln öffnete. ;-)) Die Residenz wirkt auf den ersten Blick wie ein Herrschaftshaus und auch der Pool im Garten (10mx5m) lässt keine Wünsche offen. Wie ich später erfahre, steht das Haus seit einiger Zeit leer und der Pool wird nur für uns Trainee´s am Laufen gehalten und gereinigt. Da frage ich mich doch, warum wohne ich nicht in der Residenz??? Die steht leer und hat bestimmt mehr als eine Wasserstelle zum Waschen, Putzen und Kochen :-). Ich würde mich auch bereit erklären (notgedrungen natürlich!!), in Jeddah unvergesslich Empfänge für die anderen Nationen zu organisieren. Das wäre ich meinen Vaterland schuldig! *grins* Am Abend habe ich dann noch eine unerfreuliche Aufgabe zu bewältigen.
Seit Tagen werden meine Füße von irgendwelchen Kleinsttieren
gepiesackt. Ich hoffe es sind nur Mücken und nicht, wie ich stark
vermute Milben. Letzteres wäre äußerst unangenehm, da
ich dann den Bestand an Polstermöbeln, Matratzen und auch die Teppichen
aus der Wohnung bzw. aus meiner Reichweite entfernen müsste. Fürs
Erste versuche ich es mit dem ständigen Tragen von Stümpfen
-auch in der Wohnung und Nachts-, Autanspray, dem Waschen sämtlicher
Sitzbezüge bei 90°C und dem Moskitonetz über meinem Bett.
Meine Schlafkoje hat jetzt den richtigen Tropenstyle! |
| 07-Jan-2002 |
Personelle Veränderungen |
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...ich in der Vorweihnachtszeit noch diese PowerPoint Schulung an der Uni HH mitgemacht habe. Ohne das dort erworbene Wissen hätte ich in den letzten Tagen Däumchendrehen können. So nutze ich mein Wissen, um der Präsentation ein wenig Schwung zu geben und gleichzeitig an den Beispiel zu üben. Insgesamt sollen es 30 Seiten werden. Mein Chef will die gesamte Präsentation in einer halben Stunde halten. Ich finde 30 Folien für diesen Zeitrahmen ein wenig zu viel, aber er ist der Überzeugung, die vorgegebene Menge zu benötigen... Gegen Mittag erfahre ich dann, dass mein Chef uns nun doch zur Mitte des Monats Januar in Richtung AHK Iran (um diese Stelle beneide ich ihn noch weniger, als um die jetzige) verlassen wird. Er hatte dieses zwar schon beim Vorgespräch durchklingen lassen, aber jetzt ist aus seiner Sicht, alles in trockenen Tüchern. Bereits morgen Abend wird sein Nachfolger aus Riyadh eintreffen, den er dann innerhalb 1-1,5 Wochen einarbeiten will/wird. Da dieser aber schon bei der dortigen AHK gearbeitet hat, kennt er die landestypischen Gepflogenheiten in S.A.! Meine Präsentation verfällt dadurch natürlich nicht. Ich soll sie mit meinen neuen Chef besprechen und auf seine Wünsche eingehen... Na klar, was sonst..... Am Abend wird daraufhin spontan das Abschiedsessen angesetzt. Die Wahl fällt nach längerer Überlegung und mehreren Vorschlägen (ich lehne Japanisch-Sushi entschieden ab ;-) entweder auf Indisch oder Chinesisch. Da aber Aziz aus Indien kommt und er nicht heimatlich essen will, gehen wir also zum Chinesen. Gleich am Eingang empfängt uns ein netter Ober und fragt ob wir in die Single- oder Family-Sektion wollen, Da wir aber keine Frauen oder Kinder dabeihaben, ist für uns letzteres absolut tabu. Die anderen erzählen mir, dass es den Frauen in der Family-Sektion gestattet ist, den Gesichtsschleier abzunehmen. Das Essen selbst ist dann ziemlich mittelmäßig (Biolek würde interessant sagen). Der Fisch in Zitronensoße, schmeckt wie ein gegrilltes Fischstäbchen in warmer Zitronen-Maoam-Soße. Die süß-sauere Soße eines anderen Gerichtes ist mehr sauer als süß und das Fleisch meines Gerichtes zwar zart, aber ein wenig zu lang abgehangen. An der Würze fehlt es zudem deutlich. Gerade hier hätte ich aber kräftig gewürzte Mahlzeiten erwartet. Trotzdem finden die anderen, ich hätte das beste Gericht gewählt. Doch unter mäßigen Gerichten das Beste zu haben, ist auch nicht gerade toll. Der Abend klingt aus, indem wir uns und alle betrinken und verhaftet werden!! ( Natürlich nicht!!! :-)) Gegen 22.30 machen wir uns auf den Rückweg. Auf der Fahrt kommen
wir an einer hell beleuchteten Straße vorbei, auf der eine Menge
Menschen in unterschiedlichen Geschäften einkaufen, essen oder gemütlich
verweilen. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass hier doch nicht
total der Hund begraben ist und ähnlich wie in Spanien, die Menschen
erst nach 22.00 Uhr lebendig werden. Meine Begleiter raten mir aber ab,
allein diesen Ort aufzusuchen. Es wäre zwar nicht gefährlicher
als hier Auto zu fahren, aber zu zweit sehe die Sache doch deutlich vorteilhafter
aus. So warte ich (muss ich) wohl notgedrungen bis zur Ankunft von Markus,
dem 2 Praktikanten Anfang Februar, bis ich hier erste Erkundigungen anstellen
werde. |
| 05-Jan-2002 |
Erster Arbeitstag |
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....für eine Außenhandelskammer am Rande der Welt echt supermodern.
Klimaanlage, Konferenzraum, große Küche und jeder Arbeitsplatz
mit Computer (PIII-500Hz) und Flachbildschirm. Ich muss sagen, ich bin
beeindruckt und sicher, es hier zumindest von Equipment her 3 Mon. auszuhalten.
An dieser Stelle möchte ich mich noch für die zahlreichen Mails
in den Anfangstagen bedanken. Auch wenn ich es nicht schaffe, alle persönlich
zu beantworten: Macht weiter so! Ich habe nur eine begrenzte Online-Zeit
täglich (keine Standleitung mehr ;-() und freue mich über jede
Nachricht aus dem kalten (HAHA!!) Deutschland. Genießt den Winter,
ich hatte nur soooo ein paar Schneetage. ;-) |
| 03 + 04-Jan-2002 |
Grundversorgung sicherstellen |
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....auf Entdeckungsreise in meinem Stadtviertel. Immer die mahnenden Worte von Azeez im Ohr: Don´t forget your passport, if you leave the house!!! Doch entweder hab ich Glück oder während der Mittagshitze hat an beiden Tagen nie ein staatlicher Kontrolleur Lust auf ein wenig "Spaß". Ich hoffe, dieses entspannte Wandern durch die Straßen, bleibt mir erhalten. Auf meinem Weg zum Meer komme ich an zahlreichen Gebäuden vorbei. Doch oftmals bleibt einem der Blick auf die Häuser und die teilweise grandiose Architektur verwährt. Nur wenn Einfahrtstore offen stehen, kann man erahnen, welche Schätze sich hinter den 3-4 m hohen Mauern verbergen werden. Die 2 bisher abgegangenen Stadtteile erweisen sich eher als Villenviertel, wogegen die "Luxusbauten" in den besseren Gegenden Mallorcas, wie Stadthäuser wirken. Klima und der Vegetation erinnern mich eh an des Deutschen liebste Insel, nur fährt hier niemand, wirklich niemand Clio oder Seat Arosa, sondern US-Jeeps und Limousinen oder deutsche Premiumwagen. Das Rote Meer erweist sich auf meinem Spaziergang zum Meer, dann doch nicht als der kurze Weg zum Wasser, wie es meine Karte angedeutet hat. Das ich dieser Karte nur begrenzt trauen kann, stelle ich später noch fest , als ich durstig durch eine Strasse lief, die nie enden wollte, aber nirgends eingezeichnet war. Das Meer selbst ist in der Bucht mit dem Jeddah Islamic Seaport nicht gerade traumhaft und, da ich den Grund des Wasser selbst am Ufer nicht sehen konnte, verkneife ich mir den Badespass. Pelikane und Flamingos im seichten Wasser zeigen wir aber an, dass ich nicht an der Nordsee gelandet bin. Auf dem Rückweg und am nächsten Tag besuche ich dann mehrmals den örtlichen Einkaufsmarkt, um mich mit Lebensmitteln, dem fehlenden Duschvorhang und der sagenumwobenen chemischen Keule auszurüsten. Tod allen Tieren, die in meiner Wohnung größer als Ameisen sind. :-)) Bei meiner letzten Einkaufstour habe ich aber den Blick auf die Uhr vergessen und höre selbst im Supermarkt über Lautsprecher den Ruf zum Gebet. ( 5x täglich - 12.07, 15.26, 17.55, 19.25, 20.00 Uhr) Das Licht wird auf ein Minimum reduziert und das ganze Personal verschwindet, nachdem die Kassen ausgestellt sind und der Rollladen die Tür verschließt, in den hauseigenen Gebetsraum oder in die nahegelegene Moschee. Ich habe in den nächsten 30 min nun genügend Gelegenheit das Warenangebot zu studieren. Die Orangen stammen aus Valencia und die Äpfel aus Neuseeland. Es gibt mehrere Sorten Frisch - und H-Milch und sogar Kakao von Nesquick. Beides befindet sich seitdem durch "Zufall" auch in meinem Kühlschrank :-)) Die ersten 2 Abende verbringe ich mit Kochen - es gibt Huhn, Reis, mehrere Sorten Gemüse und Wasser aus Plastikflachen - und dem Bewohnbargestalten dessen, was sich Wohnung nennt. Wenigstens mein Schlafzimmer ist bis auf kleine Veränderungen einwandfrei und die Klimaanlage funktioniert, soweit ich sie überhaupt benötige. Morgen ist nun mein 1. Arbeitstag und ich bin schon gespannt, was mich dort erwartet. |
| 02-Jan-2002 |
Der Tag der Abreise |
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....während der Fahrt zum Flughafen entwickelt sich ein lockeres Gespräch und Mark erzählt mir, dass auch er dieses Kribbeln und leichte Unwohlsein vor seiner Fahrt ins Unbekannte hatte! Wirklich beruhigen tut mich das natürlich nicht, aber ich habe mir dieses Los ja selbst ausgesucht. ;-) Am Flughafen, dann die erste Bewährungsprobe. Mit 35 kg Normal- und 13 kg Handgepäck (erlaubt 20 + 8) versuche ich mein Glück am Check-In Schalter. Die Dame ist zwar sehr nett und hilfsbereit, aber wenn ich alles mitnehmen will, soll ich 241,- € Strafe zahlen! Na Fein!!! Also öffne ich neben dem Schalter die Koffer und drücke Mark die "überflüssigen" Dinge in die Arme. So bleiben alle Bücher, ein Teil meiner Tauchsachen und sogar mein heißgeliebter BW - Rucksack auf der Strecke. Für 24,- € das Kilo kann ich schon einen prima Ersatz vor Ort erwerben. Bei 4 kg Übergewicht pendelt sich dann am Ende die Waage ein und ich zahle zähneknirschend 96,- €. Der Flug selbst gestaltet sich dann als völlig unproblematisch. Nach dm Umstieg in Frankfurt sitze ich fast allein in der Economy - Class. Die 747 der Lufthansa ist höchstens zu 1/3 besetzt. Dafür tummelt sich auf den Sitzen ein buntes Völkergemisch, worunter überraschend viele Familien mit Kleinkindern sind. Ich verschlafe die erste Hälfte des Fluges und wache erst auf, als wir nur noch 1,5 h von Riad entfernt sind. Auch mein Nachbar, 2 Plätze weiter, scheint nun munter und rasch entwickelt sich mit Mohamed, einem Chirurgen aus Riad eine lebhafte Diskussion. Wie sollte es anders sein, natürlich um das einzige Thema, welches ich auf jeden Fall in Saudi Arabien verhindern wollte: Der 11. Sept. und die Reaktionen der westlichen Welt. Zu meinem Glück ist dieser Arzt westlich orientiert - er kommt gerade von Lehrgängen aus Manchester und Paris - und wir können uns darauf verständigen, dass jeder terroristische Anschlag verachtenswert ist. Bevor er dann in Riad die Maschine verläßt, erzählt er mir noch, dass er nun 2 Wochen Überraschungsurlaub mit seiner Frau in eigenen Land macht, bevor es ihn wieder in die Ferne zieht. Ich weiß nicht so recht, ob ich ihn beneiden soll. In Riad haben wir 2 h Aufenthalt, bevor der Flieger zum letzten Mal an diesem Tage nach Jeddah abhebt. Eine Stewardess erklärt mir, es habe Probleme nicht nur mit der Flughafenkontrolle , sondern auch mit einigen Gästen gegeben. Obwohl die Maschine relativ leer war, wäre es genauso anstrengend gewesen, wie bei Vollbebesetzung. Besonders arabisch aussehende Gästen hätten so sehr dem Alkohol zugesprochen, dass sie sich frage, wie die es in Arabien ohne eigene Brauerei im Keller aushalten würden!! :-) In Jeddah selbst verläuft dann die Ankunft relativ unspektakulär. Mein Gepäck dreht schon vor meiner Ankunft in der Halle einsam seine Runden auf dem Förderband. Auch die Einreisekontrolle hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Selbstverständlich muss ich Koffer und Handgepäck öffnen und der Kontrolleur wirkt um 23.30 Uhr eher gelangweilt. Erst als er meine CD´s und das Notebook erblickt, flammt sein Interesse ein wenig auf. Als ich ihm aber versichere, es sein garantiert kein illegales oder gar "erotisches" Material darunter, verzichtet er sogar auf einen Probelauf. So verlasse ich mit den notdürftig geschlossenen Koffern die Kontrolle und treffe in der Ausganghalle Azeez, einem Mitarbeiter der AHK. Nach 20 minütiger Fahrt über die Mekkah Street biegen wir in die Arafat Street (kein Witz) ab und sind 3 min später vor meinem Apartment, von dem Azeez behaupt: "Ist an olderly, basic apartment!" Mir schwant Böses!!! Die Eingangstür weist dann erste Alterungserscheinungen auf. Sie klemmt wie die Hölle, so dass Azeez die Tür fast eintritt, hat nur einen Griff von außen (sinnvoll!) und muss von innen mit Hilfe einer Zange geöffnet werden. Küche und Bad machen darüber hinaus den Eindruck, als wenn die letzten Bewohner hier geflohen wären oder sonst in Höhlen leben. Spätestens als dann noch das erste krabbelnde Wesen neben meiner Toilette in einer Mauerfuge verschwindet, entschließe ich mich zu einer Generalreinigung aller wichtigen Örtlichkeiten. Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich habe ähnliche Verhältnisse schon auf Mallorca und sogar im "ordentlichen" Hamburg im Rahmen der letzten Wohnungssuche gesehen! Nur mit dem kleinen Unterschied: Dort musste ich nicht wohnen. :-)) Aber wenigstens sind die Menschen und das Klima ( auch um 0.00 Uhr noch üppige 25 ° C ) bisher sehr angenehm. |